„Obwohl
die Taliban am vergangenen Wochenende die afghanische Provinz Ghazni
größtenteils unter ihre Kontrolle gebracht und dabei mindestens 120
Menschen getötet haben, schreckt die Bundesregierung weiterhin nicht
davor zurück, schutzsuchende Afghanen in ihr Herkunftsland abzuschieben.
Dieser heuchlerischen und inhumanen Praxis muss endlich ein Ende
gesetzt werden“, erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE
LINKE, Ulla Jelpke, mit Blick auf eine weitere Sammelabschiebung nach
Afghanistan, die für heute ab München geplant ist. Jelpke weiter:
„Afghanistan
ist weiterhin Kriegsgebiet, das hat der letzte Lagebericht des
Auswärtigen Amts bestätigt. Dort ist niemand sicher, und die
Bundesregierung muss sofort aufhören, Gesundheit und Leben
Schutzsuchender aufs Spiel zu setzen.
Besonders empörend ist:
Unter den abgewiesenen Schutzsuchenden, die sich in München heute einem
ungewissen Schicksal stellen müssen, befinden sich erneut junge
Menschen, die aus ihrem neuen Leben in Deutschland gerissen werden.
Mehrere der Afghanen haben in Deutschland bereits die Schule besucht
oder standen kurz davor, ihre Ausbildung abzuschließen. Hier wird die
Praxis der Abschiebung als politisches Instrument der Abschreckung
missbraucht. Abschiebungen in Kriegsländer wie Afghanistan müssen sofort
und ausnahmslos gestoppt werden.“
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