Mehr Demokratie e.V. - Bundesverband
Pressemitteilung
07/14
10.03.2014
Mehr Demokratie: Komplette Abschaffung der
Sperrklausel nicht ratsam +++ Fachverband fordert Drei-Prozent-Sperrklausel für
Bundestagswahlen und Ersatzstimme
Mehr Demokratie begrüßt die von Linken-
und Grünen-Politikern erneut in Gang gesetzte Diskussion über die Sperrklausel
bei Bundestagswahlen. „Mehr Demokratie fordert eine Absenkung der Sperrklausel
auf drei Prozent und die Einführung einer Ersatzstimme“, so Ralf-Uwe Beck,
Vorstandssprecher von Mehr Demokratie.
„Bei der letzten Bundestagswahl
sind 6,7 Millionen Wählerstimmen durch die Fünf-Prozent-Hürde verloren gegangen
und werden nicht vom Bundestag repräsentiert. Das unterstreicht, wie notwendig
eine Reform des Bundestagswahlrechts ist“, so Beck. Eine Abschaffung der
Sperrklausel sei jedoch nach Ansicht von Mehr Demokratie nicht ratsam. Damit
würde dem Bundestag, anders als dem Europäischen Parlament, eine Zersplitterung
drohen und Mehrheitsbildungen würden erschwert. Hätte es zur Bundestagswahl im
vergangenen September keine Sperrklausel gegeben, wären heute im Bundestag 19
Parteien vertreten. Mit einer Drei-Prozent-Klausel dagegen wären bei allen
bisherigen Bundestagswahlen lediglich zwei Parteien zusätzlich ins Parlament
eingezogen.
Damit alle Wählerinnen und Wähler vom Bundestag
repräsentiert werden, schlägt Mehr Demokratie neben einer Absenkung der
Sperrklausel auf drei Prozent die Einführung einer Ersatzstimme vor. „Will
jemand eine Partei wählen, für die es vermutlich schwierig wird, über die Hürde
zu kommen, könnte ersatzweise eine zweite Partei angekreuzt werden, mit deren
Einzug zu rechnen ist. Schafft die favorisierte kleine Partei den Sprung ins
Parlament nicht, zählt die Stimme für die größere Partei und geht nicht
verloren“, erläutert Beck.
Mehr Demokratie fordert, möglichst bald eine
Reform des Bundestagswahlrechts anzugehen. Die Debatte müsse zu Beginn der
Legislaturperiode und möglichst parteiübergreifend geführt werden. Eine solche
Reform dürfe sich nicht an den Vor- oder Nachteilen für die Wahlchancen
einzelner Parteien orientieren, sondern daran, dass alle Bürgerinnen und Bürger
gleiche Chancen bei der Wahl ihrer Vertretung haben müssen.
Mehr
Demokratie plant, bei der nächsten Mitgliederversammlung im Mai dieses Jahres
ein umfassendes Paket zur Reform des Bundestagswahlrechts zu beschließen und
nach der Beschlussfassung auf die Bundestagsfraktionen zuzugehen.
Aufruf
„6,8 Millionen Stimmen für den Papierkorb? Das ist zu viel!“: https://www.mehr-demokratie.de/wahlrecht-aufruf.html
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