(BUP) Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hält den niedrigen
Rohölpreis für vorübergehend: „Langfristig wird die Nachfrage nach
fossilen Brennstoffen wieder wachsen – und damit auch der Preis, denn
das Angebot ist begrenzt. Daher gebietet allein schon die ökonomische
Vernunft Ressourceneffizienz und den Umstieg auf erneuerbare Energien“,
sagte der Minister am Mittwoch auf dem Neujahrsempfang der Industrie-
und Handelskammer Gießen-Friedberg. Jede Wachstumsstrategie, die dies
missachte, werde scheitern. Die Landesregierung setze Rahmenbedingungen
für ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Wachstum.
Zu
diesen Rahmenbedingungen zählte der Minister die Energiewende, die
Deutschlands Unternehmen neue Exportchancen eröffne; er nannte
Investitionen ins Bildungswesen und in die Infrastruktur wie den Aufbau
leistungsfähiger Datenverbindungen; er verwies auf die Förderung von
Netzwerken zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, um
Laborentdeckungen schneller in marktfähige Produkte umzuschlagen: „So
werden wir den Standort Hessen zukunftsfest machen.“
Eine
Herausforderung dabei sei der Bevölkerungswandel, sagte Al-Wazir: „Mit
immer weniger und im Schnitt immer älteren Einwohnern wird es immer
schwerer, die Stellen in den Betrieben zu besetzen.“ Es gelte, alle
Potenziale zu erschließen: „Wir werden weiterhin einen Schwerpunkt auf
die Handlungsfelder Aus- und Weiterbildung legen, ein besonderes
Augenmerk auf die Nachqualifizierung der Beschäftigten legen und
internationale Fachkräfte durch gezielte Zuwanderung und Integration für
den hessischen Arbeitsmarkt gewinnen. Außerdem möchten wir vermehrt
qualifizierte Arbeitskräfte, die derzeit nicht aktiv sind, wieder in die
Berufstätigkeit führen.“
Der Minister verwies auf die besondere
Bedeutung von Gründerinnen und Gründern für eine vitale Wirtschaft: „Die
Landesregierung unterstützt unternehmerisches Engagement und passt ihre
Förderinstrumente ständig an die Erfordernisse an. Jüngstes Beispiel
sind die Hessen-Mikrodarlehen mit Volumen zwischen 3.000 und 15.000
Euro. Damit füllt die Landesregierung eine Lücke, die sich für Banken
und Sparkassen nicht lohnt.“
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