„Das
Problem liegt beim Verfassungsschutz selbst: Die alte Unterscheidung
zwischen offen rechtsextrem und scheinbar ‚nur‘ rechtspopulistisch ist
von gestern. Der Verfassungsschutz hat überhaupt nicht im Blick, wie
sich rassistische und andere offen demokratiefeindliche Positionen unter
dem Deckmantel scheinbarer Legalität in der Mitte der Gesellschaft
breitmachen“, erklärt Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der
Fraktion DIE LINKE, zur Vorstellung des Verfassungsschutzberichts des
Bundes für das Jahr 2017. Jelpke weiter:
„Eine offen
rassistische und in Teilen völkische Partei sitzt als drittstärkste
Kraft im Bundestag, diffamiert Migranten pauschal als Kriminelle,
verharmlost die Verbrechen des Hitler-Faschismus und hetzt gegen
demokratische Werte – aber dem Verfassungsschutz ist das keine Erwähnung
wert. Er fokussiert sich nur auf extreme Ränder, ohne in den Blick zu
nehmen, wie in der vermeintlichen Mitte der Gesellschaft die Werte
erodieren.
Ich bleibe dabei: Die Verfassung wird nicht vom
Verfassungsschutz geschützt, sondern nur von politisch aktiven Bürgern,
die den Geist des Grundgesetzes verteidigen. Auf einen
Verfassungsschutz, der mit seinen V-Leuten vor allem zur Stärkung
neonazistischer Strukturen beiträgt, können wir dagegen gut verzichten.“
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