Zum morgigen Earth Overshoot Day erklären Peter Meiwald, Sprecher für Umweltpolitik, und Valerie Wilms, Nachhaltigkeitsbeauftragte:
Die
Nachricht muss mit Blick auf die Pariser Klimakonferenz wachrütteln: Ab
heute verbrauchen wir weltweit mehr Ressourcen, als uns eigentlich für
dieses Jahr zur Verfügung stehen. Bereits nach knapp acht Monaten haben
wir mehr Kohlendioxid ausgestoßen und Nahrungsmittel, Mineralien,
Bauholz, Energie und Fläche verbraucht, als die Erde für ein Jahr
hergibt. Auf Kosten der nächsten Generationen leben wir über unsere Verhältnisse.
Dieser Trend ist der Preis unseres Energiehungers und unseres Lebensstils. Wir
müssen deswegen nach Lösungen suchen, wie der Raubbau von Ressourcen
gestoppt werden kann ohne Lebensqualität zu verlieren. Energiewende,
ökologische Landwirtschaft und das zunehmende Bewusstsein für
nachhaltige Produktion sind dafür richtungsweisend..
Weil
Umweltschäden bislang nicht zu Buche schlagen, spiegelt sich
Ressourcenverschwendung nicht in den Preisen wider. Dies muss sich
ändern, besonders bei „Konfliktrohstoffen“, die
in Krisenregionen abgebaut oder gefördert werden. Der Abbau dieser
Stoffe findet oft illegal und außerhalb staatlicher Kontrolle statt. Als
Konsumenten sind wir dafür mitverantwortlich.
Die
Folgen des Raubbaus sind deutlich zu spüren: In vielen Ländern reichen
die Ressourcen nicht mehr, um die Bevölkerung zu ernähren. Nicht zuletzt
sind das auch Gründe, warum Millionen Menschen weltweit auf der Flucht
vor unmöglichen Lebensbedingungen sind. Wir stehen in der Verantwortung,
da vor allem die Industrieländer zu viele Ressourcen verbrauchen. Im
Gipfeljahr 2015 muss die Trendwende zu mehr Ressourcen- und Klimaschutz
gelingen.
Hintergrund: Der
Earth Overshoot Day ist ein Projekt des Global Footprint Network. Es
berechnet Angebot und Nachfrage an natürlichen Ressourcen für ein
komplettes Jahr. Aktuell benötigen wir weltweit 1,5 Erden, um unseren Ressourcenbedarf decken zu können. Bis Mitte des Jahrhunderts geht man sogar von der doppelten Nachfrage aus.
Bündnis 90/Die Grünen Bundestag
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