(BUP) Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag
bedauert, dass das SPD-geführte Bundesumweltministerium (BMU) dem
ehemaligen Leiter der für Atomaufsicht zuständigen Arbeitsgruppe
Reaktorsicherheit I/3 im BMU, Gerrit Niehaus, keine Aussagegenehmigung
für den Biblis-Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag erteilt hat.
„Die Aussagen von Verantwortlichen und einbezogenen Mitarbeitern auf
Bundesebene sind elementar für eine umfassende Aufklärung. Wir erwarten
von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), dass sie Herrn
Niehaus aussagen lässt. Wir sind der Ansicht, dass die Verantwortung für
die Stilllegung der deutschen Atomkraftwerke eindeutig beim Bund
liegt“, erläutert der Obmann der GRÜNEN im Untersuchungsausschuss 19/1,
Frank Kaufmann.
Die von der SPD vorgeschlagene Ladung des
früheren Chefs des Bundeskanzleramtes, Ronald Pofalla (CDU), als Zeuge
im hessischen Ausschuss ist nach einer ersten Einschätzung der GRÜNEN
vom Untersuchungsauftrag des Ausschusses gedeckt. „Wir unterstützen die
Befragung des damaligen Kanzleramtschefs Ronald Pofalla. Wir werden
einem entsprechenden Beweisantrag daher zustimmen“, kündigte Kaufmann
an. „Wir erwarten aber auch von der Bundesebene, dass sie die Aufklärung
nicht behindert. Die Aussagen von verantwortlichen Mitarbeitern sind
unverzichtbar für eine echte Aufklärung. Derzeit entsteht der Eindruck,
dass der Bund seinen Teil der Aufklärung nicht erfüllt.“
Auch
anderen in Hessen geladenen Zeugen habe das BMU nur eingeschränkte
Aussagegenehmigungen erteilt. „Alle Fraktionen des Landtages haben
gemeinsam beschlossen, wen sie als Zeugen vor diesem Ausschuss hören
möchten“, so Kaufmann weiter. „Wir fordern das Bundesumweltministerium
auf, die parlamentarische Aufklärung nicht zu hintertreiben.“
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