Zur heutigen Preisverleihung des Bundeswettbewerbs Ökolandbau auf der Grünen Woche in Berlin erklären Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:
Herzlichen
Glückwunsch den Preisträgern des Ökolandbau-Bundeswettbewerbs aus dem
Südschwarzwald, aus Bingenheim in Hessen und aus Wilhelmsdorf bei
Bielefeld! Sie führen uns deutlich vor Augen, dass hochwertige
ökologische, regionale, gentechnikfreie Landwirtschaft ein echtes
Erfolgsmodell ist. Das ist eine Landwirtschaft, wie sie sich auch die
Besucher der Grünen Woche vorstellen möchten – und wie sie ihnen auch
häufig suggeriert wird, selbst wenn es viel zu selten der Realität
entspricht. Womöglich ist es kein Zufall, dass alle drei Preisträger in
Bundesländern mit Grünen Agrar-Länderministerien beheimatet sind. Denn
auch die politischen Rahmenbedingungen sind wichtig für den Öko-Erfolg.
Schön,
dass auch Agrarminister Schmidt die erfolgreichen Öko-Betriebe durch
die heutige Preisverleihung honoriert. Aber er muss auch dafür sorgen,
dass die Rahmenbedingungen für eine solche nachhaltige Landwirtschaft im
Einklang mit Umwelt, Natur, Tieren und Menschen künftig noch besser
werden - damit sie sich weiter entwickeln und auch in Zukunft bestehen
kann. Leider sieht es eher nach dem Gegenteil aus, wenn Schmidt den
Schutz regionaler Spezialitäten und die Gentechnikfreiheit beim TTIP
verscherbelt, nur um der hiesigen Agrarindustrie ein paar vermeintliche
Exportchancen in Aussicht stellen zu können. Das ist alles andere als
nachhaltig.
Wenn
die heutige Preisverleihung mehr sein soll als ein kontrolliert
ökologisches Feigenblättchen, muss Christian Schmidt sich jetzt bei der
Neugestaltung der EU-Ökoverordnung kräftig ins Zeug legen, damit aus dem
schlechten Entwurf noch etwas Vernünftiges wird. Und wenn der
Agrarminister heute einen Öko-Saatgutbetrieb auszeichnet, muss er
besonders für die zentrale Zukunftsaufgabe der Züchtung ökologischen
Saatguts bessere Bedingungen schaffen. Die Neuregelung des
EU-Saatgutrechts und ein deutlicher Ausbau der Förderung der
Öko-Züchtung sind zentrale Punkte auf der Bio-Agenda.
Bündnis 90/Die Grünen Bundestag
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