(BUP) Vor der Sitzung des Untersuchungsausschusses 19/1
(Biblis-Stilllegung) am kommenden Freitag erklärt Janine Wissler,
Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag und Obfrau
ihrer Fraktion im Untersuchungsausschuss:
„DIE LINKE ist sehr
irritiert über das Verhalten des Bundesumweltministeriums. Durch die
Nicht-Erteilung beziehungsweise die starke Einengung von
Aussagegenehmigungen wird erheblich in die Arbeit des
Untersuchungsausschusses eingriffen. Die Nicht-Annahme und fehlerhafte
Weiterleitung von formalen Ladungen, die an das Bundesministerium
gerichtet waren, erscheint ebenso auffällig.
Welches Interesse hat
die Bundesregierung, die Aufklärung der Ereignisse rund um das
Atom-Moratorium 2011 durch ein Parlament zu behindern?“
Das
Vorhaben, den damaligen Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) als
Zeugen zu benennen, sei zu begrüßen, so Wissler. Da das Kanzleramt in
den damaligen Vorgängen eine zentrale Rolle gespielt habe, habe DIE
LINKE bereits bei der Konstituierung des Untersuchungsausschusses
vorgeschlagen, auch die Bundeskanzlerin als Zeugin zu benennen.
Schließlich habe diese am 15. März 2011 im Bundeskanzleramt gemeinsam
mit dem damaligen Bundesminister Norbert Röttgen und Ministerpräsident
Volker Bouffier (beide CDU) das sogenannte Atom-Moratorium ‚erfunden‘.
Wissler:
„Es stellt sich mehr denn je die Frage, ob sich bei der Ausgestaltung
dieses Atom-Moratoriums entweder keiner Gedanken um die rechtssichere
Ausgestaltung gemacht hat, ob damals entsprechende Warnungen – unter
anderem von der LINKEN – bewusst ignoriert wurden. Oder ob Bundes- und
Landesregierung sich von Anfang an der enormen Risiken bewusst waren und
die juristische Verantwortung jeweils gegenseitig zuschieben wollten.
Der Untersuchungsausschuss muss diese Fragen aufklären und darf in
dieser Arbeit nicht weiter behindert werden.“
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