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30. Juni 2018

Regierungskoalition setzt weiter auf Atomkraft



Bei der Atomgesetz-Novelle wurde Chance auf schnelleren Ausstieg und
kostengünstigere Energiewende vertan.

Zur Verabschiedung der Atomgesetz-Novelle im Bundestag erklärt Jochen
Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Die Regierungskoalition im Bundestag hat die Chance nicht genutzt, im
Rahmen der Atomgesetz-Änderung die Übertragung von Reststrommengen auf
norddeutsche AKW zu untersagen. Damit wäre die Verstopfung der Netze
durch den Atomstrom reduziert worden und es wäre Platz in den Leitungen
entstanden, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschleunigen.
Nebenbei wären so für die Stromkund*innen teure Aufschläge auf die
Netzentgelte erspart geblieben, da die Überlastung der Stromleitungen
immense zusätzliche Kosten verursacht.

Der Bundesrat hatte den Übertragungs-Stopp für Reststrommengen
empfohlen. Viele Experten bei der Anhörung im Umweltausschuss des
Bundestages hatten dazu geraten. In einer repräsentativen Umfrage hat
sich auch die Mehrheit der Bevölkerung dafür ausgesprochen. Selbst die
SPD-Fraktion war offen für die Idee, konnte sich aber gegenüber der
Union nicht durchsetzen.

Statt den Atomausstieg zu beschleunigen, setzt die Koalition nun weiter
auf den Strom aus immer älter und störanfälliger werdenden AKW, die
jeden Tag weiteren Atommüll produzieren, von dem niemand weiß, wie er
dauerhaft sicher gelagert werden kann. Es ist ein Trauerspiel.“

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