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29. Juni 2018

Precht / Sascha Lobo



Die digitale Revolution schafft nicht nur neue Formen von Kommunikation und Lebenskomfort – sie verändert auch in großem Tempo unseren Arbeitsmarkt. Traditionelle Dienstleistungsbereiche befinden sich auf dem Rückzug: digitale Sensoren am Handgelenk ersetzen den Hausarzt, Posts in sozialen Netzwerken wird heute mehr vertraut als der Beratung durch den Fachverkäufer, Flüge und Hotels buchen wir nicht mehr im Reisebüro, sondern im Internet, und ein Computerprogramm ersetzt den Steuerberater. Was wird aus den Arbeitsplätzen? Macht das Netz arbeitslos – oder schafft es vielleicht ganz neue Formen der Arbeit? Darüber spricht Richard David Precht in seiner ZDF-Philosophiesendung am Sonntag, 19. Oktober 2014, 0.00 Uhr, mit dem Journalisten, Blogger und Buchautor Sascha Lobo. Lobo prophezeit: Der gegenwärtige Weg des digitalen Fortschritts führe in die „Dumping-Hölle“. Der „Plattform-Kapitalismus“ vernichte nicht nur Millionen von Arbeitsplätzen um deutlich weniger neue zu schaffen, er verändere auch die Arbeitswelt derjenigen, die noch Arbeit finden. Deren Arbeitsverhältnisse dürften in Zukunft äußerst prekär werden. Amateure statt Profis, „hire and fire“ statt Festanstellung, Schwarmintelligenz statt Fachkräfte: Die Zukunft der Arbeitswelt, so diagnostizieren Kritiker, werde aus einer Art digitalen Klassengesellschaft bestehen. Einige wenige beherrschten und bestückten die Computer, während die Mehrheit dem folge, was die Rechner ihnen vorschreiben. Weder die Politik noch die Gesellschaft können ein Interesse an dieser Entwicklung haben. Auch die Wirtschaft kann sich nicht wünschen, dass Massenarbeitslosigkeit, ein zusammenbrechender Binnenmarkt und schwindende Kaufkraft unser Land aushöhlen. Doch was kann man dagegen tun? Der digitale Fortschritt ist unaufhaltsam und irreversibel. Oder fallen die Prognosen zur Zukunft unserer Arbeit zu düster aus?

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