„Dem
Elefanten im Weißen Haus kann nur durch solidarisches Handeln innerhalb
der Europäischen Union begegnet werden. Alles andere schwächt Europa.
Deshalb sind Vorschläge aus Deutschland, wie die Senkung der
EU-Importzölle auf amerikanische Autos, nicht zielführend. Sie
berücksichtigen nur deutsche Interessen und gehen zulasten Frankreichs
und Italiens. Angebracht sind vielmehr deutsche Initiativen zur
Steigerung der heimischen Importe für ausgeglichenere Handelsbilanzen“,
erklärt Klaus Ernst, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE
LINKE, mit Blick auf den G7-Gipfel in Kanada und den Handelskonflikt mit
den USA. Ernst weiter:
„Geringere Importzölle für
amerikanische Autos führen über die Meistbegünstigungsklausel auch zu
sinkenden Importzöllen für Fahrzeuge aus Asien. Das würde insbesondere
die italienischen und französischen Autobauer treffen, während es das
Premiumsegment der deutschen Hersteller kaum tangieren würde. Das ist
besonders unfair, da Deutschland mit seinen 50 Milliarden
Handelsüberschuss Euro mit den USA in besonderem Maße zu Trumps
Verstimmungen beiträgt.
Ein sinnvoller Schritt wären deshalb
Maßnahmen Deutschlands zur Stärkung der Binnennachfrage. Dazu gehört
neben höheren Löhnen und Renten vor allem eine Investitionsoffensive.
Diese ist im Übrigen auch mit Blick auf die zerfallende Infrastruktur,
das Fehlen eines flächendeckenden Breitbandnetzes und die geringen
Ausgaben im Bildungsbereich geboten. Ein solches Agieren würde sich
positiv auf die Importe auswirken, die Handelsbilanzen ausgleichen und
die Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft senken.“
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