Atomtransport vom Hamburger Hafen nach Frankreich unterwegs?

(Bonn, Hamburg, 10.01.2014) Der BBU/Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz
(BBU) versucht zu klären, welches Ziel ein Güterzug mit Nuklearfracht
hat, der am Donnerstag (9. Januar) im Hamburger Hafenbereich beobachtet
wurde. Der Transport könnte auf dem Weg quer durch das Bundesgebiet nach
Frankreich sein.
Der Hamburger Hafen ist als Drehscheibe für
zahlreiche und hochgefährliche Atomtransporte bekannt. Immer wieder
haben Anti-Atomkraft-Initiativen und der BBU gegen diese Transporte
protestiert. Grundlegend wird ein generelles Verbot der Atomtransport
gefordert - in Verbindung mit der Forderung nach der sofortigen
Stilllegung aller Atomanlagen. Auch andere Regionen sind ständig von
Atomtransporten betroffen, so z. B. das Münsterland, das Ruhrgebiet und
das Rheinland.
Aktuell hat der BBU in Bezug auf den Zug, der am
gestrigen Donnerstag in Hamburg beobachtet wurde, vier Fragen bei der
Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt eingereicht.
1. Welches Material wurde transportiert?
2. In welchen Mengen?
3. Woher stammt das Material?
4. Welches Ziel hat das Material?
Der Zug mit Atomfracht wurde am Donnerstag (9. Januar) im Hamburger
Hafenbereich um 16.30 Uhr in Fahrtrichtung des Güterbahnhofs Hamburg-Süd
beobachtet, wo er anschließend um 16.45 Uhr rangierte. Es könnte sich
bei der Nuklearfracht um Uranerzkonzentrat handeln, das in einer
Urankonversions-Anlage (z.B. der Comurhex in Narbonne) zu
Uranhexafluorid (UF6) umgewandelt werden soll.
Analog zu
früheren Transportbeaobachtuungen könnte der Zug folgende Route haben:
Hamburg, Köln-Gremberg, Apach, Woippy, Perrigny, Sibelin, Miramas,
Bézier, Narbonne. Die gesamte Fahrtzeit könnte drei bis vier Tage
ausmachen.
Gezogen wurde der Zug von einer roten
dieselangetriebenen Rangierlok der DB. Die Lok zog 5 Waggons mit je vier
Containern in unterschiedlichen Farben (dunkelblau, hellgrün, beige,
braun und dunkelrot). Die Container waren augenscheinlich schon älter.
Jeder Container hatte an allen Seiten ein Gefahrensysmbol für
Radioaktivität. Es ist möglich, dass die Waggons zwischenzeitlich in
einen anderen Güterzug eingekoppelt wurden.
Der Bundesverband
Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) bittet darum, mögliche
Beobachtungen des Zuges zu melden (0228-214032). Beobachtungen, auch von
anderen Atomtransporten, können auch per Internet anonym mitgeteilt
werden: http://www.urantransport.de/
. Weitere Informationen über Atomtransporte gibt es u. a. unter https://www.nadir.org/nadir/initiativ/sand
.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen