Das Urteil ist
ein Weckruf für die Bundesregierung: Giftige Schwermetalle wie Quecksilber und
Arsen haben in Kinderspielzeug nichts zu suchen. Nach dem jahrelangen
Rechtsstreit muss die Bundesregierung jetzt umgehend bei allen Arten von
Kinderspielzeug für höchste Sicherheit sorgen. Überall dort, wo die EU-Grenzwerte
als sicherer gelten, müssen selbstverständlich diese unverzüglich angewandt
werden. In den Bereichen, in denen die deutschen Werte sicherer sind, müssen
diese weiterhin Bestand haben. Oberstes Ziel muss der bestmögliche Schutz der
Kinder vor Giften sein. Das betrifft vor allem abschabbare
Materialien wie Lack auf Spielzeugautos oder Holzklötzen. Es wäre
unverantwortlich, wenn die Spielzeughersteller in Deutschland hier jetzt ihre
Standards senken würden.
Bundesminister
Christian Schmidt sollte sich jetzt unverzüglich mit den Spielzeugherstellern
zusammensetzen. Den Streit um die Grenzwerte hat die Bundesregierung verloren.
Und auch ansonsten zeigt der Minister keinerlei Ambitionen, für ein besseres
Schutzniveau zu sorgen. Die deutsch-chinesische Arbeitsgruppe zur
Spielzeugsicherheit, die 2009 ins Leben gerufen wurde, dümpelt vor sich hin.
Auch der im Koalitionsvertrag versprochene Einsatz für eine unabhängige,
verbindliche Drittzertifizierung von Spielzeug auf EU-Ebene lässt weiter auf
sich warten. Zudem brauchen wir eine bessere Sicherheitsüberwachung. Die Hälfte
der Legislatur ist beinahe vorbei – und noch immer
hat Herr Schmidt nichts vorzuweisen.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
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