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Hamburg, 18. Juni 2018
– Symbolträger für Liebe, Frieden und Glück – Die Hochzeitssaison 2018
ist in vollem Gange und in den letzten Jahren ist ein neuer Trend zu
beobachten: Immer mehr Brautpaare lassen weiße Tauben frei. „Doch die
Tiere stammen oft aus zweifelhaften Zuchtbetrieben und sind in Freiheit
völlig hilflos“, weiß Christian Erdmann, Geschäftsführer der
Wildtierstation Hamburg und Wildtierexperte bei VIER PFOTEN.
„Was
die meisten nicht wissen: hinter Hochzeitstauben steckt leider
Tierqual“, sagt Christian Erdmann. „Wir sehen das auch in der Hamburger
Wildtierstation. Immer wieder werden uns geschwächte weiße Tauben
gebracht, die offensichtlich bei Hochzeiten frei gelassen wurden und
danach völlig orientierungslos ihren Taubenschlag nicht mehr finden“,
weiß der Wildtierexperte.
Im Internet angeboten
Wer
im Internet nach Anbietern für Hochzeitstauben sucht, wird schnell
fündig. Teilweise liefern Taubenzüchter direkt, teilweise sind Firmen,
die Hochzeitsplanungen übernehmen, die Vermittler. „Der Transport in
kleinen Boxen, die Trennung vom Partner, der Lärm bei einer Hochzeit,
das Öffnen der Käfige und das damit einhergehende Blenden durch
plötzliches helles Licht, die Berührungen durch fremde Menschen: All das
ist für Tauben totaler Stress“, sagt Christian Erdmann.
Das Problem liegt bereits in der Zucht
„Hochzeitstauben
werden hauptsächlich auf hübsches Aussehen und spezielles Gefieder
gezüchtet“, weiß Christian Erdmann. Wenn sie dann freigelassen werden
und die Gegend nicht kennen, sind sie völlig hilflos. „Das heißt, es
kann sein, dass sich die Tauben nach ihrer Freilassung nicht mehr
orientieren können, nicht zu ihrem Taubenschlag zurückfinden und große
Probleme haben, in der Natur zu überleben. So kann es durchaus
passieren, dass sie gegen eine Fensterscheibe fliegen und verenden. Oder
sie kommen in ihrer Panik einer Oberleitung oder einem anderen
Hindernis zu nahe. Durch ihre auffällige Färbung leuchten sie aus einem
Taubenschwarm regelrecht heraus und sind deshalb bevorzugte Beute von
Beutegreifern“, erklärt Erdmann.
Derzeit hat die Wildtierstation Hamburg 11 weiße Tauben in Obhut, die orientierungslos aufgefunden wurden.
VIER PFOTEN bittet darum, Tierleid zu vermeiden und keine lebenden Tiere als Attraktion zu missbrauchen.
Über die Wildtierstation Hamburg
VIER
PFOTEN fördert die Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein mit
jährlich mindestens 100.000 Euro. Pro Jahr werden hier mehr als 1.800 in
Not geratene, heimische Wildtiere abgegeben, aufgezogen, medizinisch
versorgt und wieder ausgewildert.
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