(BUP) Im Süden Bayerns gibt es starke Niederschläge, in Nordbayern die
größte Trockenheit seit Jahrzehnten. Darauf wies die Bayerische
Umweltministerin Ulrike Scharf heute in München hin. "Der Klimawandel
wird greifbar. Schon heute fällt in Nordbayern ein Drittel weniger Regen
als im Süden. In Unterfranken herrscht die größte Trockenperiode seit
knapp 40 Jahren – vielleicht wird sogar der 'Steppensommer' 1947
erreicht. Deshalb ist es entscheidend, genug Wasser vom Süden in den
Norden zu pumpen. Mit dem Überleitungssystem können wir selbst auf
extreme Verhältnisse reagieren", so Scharf. Die Überleitung ist mit
Gesamtkosten von rund 460 Millionen Euro Bayerns größtes wasserbauliches
Projekt und versorgt Rednitz, Regnitz und Main mit Wasser aus dem
wasserreicheren Süden.
Die lang anhaltende Trockenheit in
Nordbayern und die hohen Temperaturen der letzten Wochen wirken sich
stark auf die fränkischen Flüsse und Bäche aus. Während die Abflüsse in
Regnitz und Main deutlich zurückgegangen sind, stiegen die
Wassertemperaturen dort zeitweise auf über 25 °C an – und der
Sauerstoffgehalt sinkt. Aufgrund der wetterbedingten Situation gilt für
den Main derzeit eine Warnung. Seit über 2 Monaten, genau seit dem 8.
Mai, wird ununterbrochen Wasser aus dem mittelfränkischen Rothsee in die
unterhalb liegenden Flüsse zum Main geleitet - aktuell 13 Kubikmeter
pro Sekunde. Scharf: "Aktuell werden pro Minute 30 Tanklastzüge voll
Wasser in den Norden gepumpt. Diese Wassermassen sind eine
Lebensversicherung für die Flüsse." Die Überleitung stützt auch die
Grundwasservorkommen in Nordbayern und macht so landwirtschaftliche
Beregnung,möglich. Während der vergangenen Trockenphase machte das
übergeleitete Wasser rund 80 bis 90 Prozent des Abflusses der Rednitz
südlich von Nürnberg aus.
Jährlich können rund 150 Millionen
Kubikmeter Wasser aus dem wasserreicheren Donauraum nach Nordbayern
übergeleitet werden. In den vergangenen 20 Jahren flossen so schon über
2,4 Milliarden Kubikmeter Wasser nach Nordbayern – in etwas das Volumen
des Chiemsees. Die Überleitung von Wasser erfolgt über zwei unabhängige
Wege. Durch die Kanalüberleitung wird Wasser aus der Altmühl und aus der
Donau über den Main-Donau-Kanal in die Talsperre Rothsee gepumpt. Von
dort aus wird es, wie derzeit, in die nordbayerischen Flüsse abgegeben.
Sollte der Abfluss in der Donau zu gering für eine Entnahme sein, hilft
die Brombachüberleitung aus. Hochwasser der Altmühl wird in den
Altmühlsee geleitet. Von dort fließt es im freien Gefälle durch den
Kleinen Brombachsee in den Großen Brombachsee und wird dort
zwischengespeichert. Bei Bedarf können so weitere 25 Millionen
Kubikmeter pro Jahr nach Nordbayern abgegeben werden.
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