(BUP) Zum Bericht des Umweltministers über Pflanzenschutzmittelbefunde
im Grundwasser in der heutigen Sitzung des Umwelt- und Agrarausschusses
sagen für die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen die
umweltpolitische Sprecherin, Marlies Fritzen, und der
landwirtschaftspolitische Sprecher, Bernd Voß:
Pflanzenschutzmittel
im Grundwasser sind eine tickende Zeitbombe für unsere
Trinkwasserversorgung. Da beruhigt es auch nicht, dass einige der jetzt
vorgefundenen Substanzen bereits seit vielen Jahren nicht mehr zum
Einsatz kommen. Es dauert eben eine Weile, bis sie nach unten
durchsickern, auch weil die Böden einiges abpuffern. Aber dieser Puffer
ist endlich.
Die heute ausgebrachten Mittel und deren
Abbauprodukte werden die kommende Generation belasten. Jeder Wirkstoff,
der Pflanzen, Pilze oder Insekten tötet, ist ein Umweltgift. Nichts
anderen tun die so genannten Pflanzenschutzmittel. Die Mittel, die heute
im Einsatz sind, werden in geringeren Dosen als ihre Vorgänger
angewendet. Dafür sind sie aber umso wirksamer und schädlicher für die
Umwelt.
Für uns Grüne ist das Ziel daher eine Landwirtschaft,
die ohne chemisch-synthetische Pestizide auskommt. So macht es der
ökologische Landbau vor. Bis wir dieses Ziel erreicht haben kann die
Devise nur lauten: so wenig Pestizide wie möglich. Die Palette der
notwendigen Maßnahmen reicht von der Entwicklung umweltschonender
Alternativen über Abgaben auf Pestizide bis hin zu
Anwendungsbeschränkungen und schließlich einem Verbot gefährlicher
Stoffe.
Noch sind die gefundenen Werte kein Grund zur Panik.
Aber sie sind ein deutliches Warnsignal, das nicht überhört werden darf.
Wir müssen jetzt handeln, damit unsere Kinder auch in Zukunft noch
sauberes Wasser trinken können.
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