„Es ist richtig, dass die
Whistleblower gegen die Verurteilung aufbegehren. Sie sind Helden,
während EU-Kommissionspräsident und Steuerbaron Jean-Claude Juncker
weiter fest im Sattel sitzt“, kommentiert der Bundestagsabgeordnete
Fabio De Masi (DIE LINKE) den Revisionsprozess des Luxemburger
Kassationsgerichts auf Antrag der LuxLeaks-Whistleblower und Träger des
Europäischen Bürgerpreises Antoine Deltour sowie Raphaël Halet. De Masi,
einstiger stellvertretender Vorsitzender des
Panama-Papers-Untersuchungsausschusses im Europaparlament, war Zeuge im
Prozess gegen Deltour und Halet sowie den investigativen Journalisten
Edouard Perrin. De Masi weiter:
„Deltour und Halet haben sowohl legale, aber schmutzige Steuertricks
wie auch Gesetzesverstöße im öffentlichen Interesse offengelegt. So
haben EU-Mitgliedsstaaten gegen die seit 1977 bestehende Pflicht zum
Austausch von Steuervorbescheiden verstoßen, und die EU-Kommission hat
diesen Verstoß nicht geahndet. Darüber hinaus hat die EU-Kommission
unter Steuerbaron Juncker selbst illegale Staatsbeihilfen durch
Steuervorbescheide festgestellt und Marius Kohl, ehemaliger Beamter der
luxemburgischen Steuerverwaltung, hat im Wall Street Journal zugegeben,
dass er die Steuervorbescheide für Konzerne nicht nach den Prinzipen der
OECD geprüft hat.
Wir brauchen in der EU endlich einen starken Schutz von
Whistleblowern, die dem Allgemeinwohl dienen. Dies erfordert unter
anderem eine unabhängige Instanz, an die sich Whistleblower in der EU
wenden können, sowie finanziellen und beruflichen Schutz am
Arbeitsplatz. Die EU-Kommission verschleppt es trotz mehrfacher
Ankündigung eine Gesetzesinitiative vorzulegen - und das, obwohl
EU-Parlament und selbst der Rat dies einfordern. Deutschland sollte
endlich harte Maßnahmen gegen Steuertricks ergreifen wie Quellensteuern
auf Finanzflüsse in Steueroasen und Whistleblower umfassend schützen.
Das Finanzministerium muss seine Blockade gegen eine öffentliche
Berichtspflicht von Konzernen über Gewinne und gezahlte Steuern für
jedes Land sowie öffentliche Register der wahren Eigentümer von Firmen
und Stiftungen aufgeben, um den Kampf gegen Steuervermeidung von
Konzernen und organisierte Kriminalität zu unterstützen.“
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