„Mit ihren Vorstellungen entfernen
sich Innenminister de Maizière und Justizminister Maas weiter von den
Vorgaben des Rechtsstaates“, kritisiert die innenpolitische Sprecherin
der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, das Sicherheitspaket der
Bundesregierung. Jelpke weiter:
„Es ist empörend, wie der furchtbare Anschlag auf den Berliner
Weihnachtsmarkt jetzt zu weiteren Gesetzesverschärfungen genutzt wird.
Der Attentäter Anis Amri hätte auf Grundlage der bestehenden Gesetze an
seiner Tat gehindert werden können. Im Kampf gegen den Terrorismus gibt
es keine Gesetzeslücken, sondern allenfalls Vollzugslücken.
Mit dem verschärften Vorgehen gegen sogenannte Gefährder lehnen sich
der Innen- und der Justizminister weit über das Grundgesetz hinaus. Ein
Gefährder ist eine Person, die bislang keine Straftat begangen hat und
der selbst das Planen einer Straftat nicht nachgewiesen werden kann.
Ausschlaggebend für die Einstufung als Gefährder ist lediglich eine
Einschätzung der Sicherheitsbehörden über eine möglicherweise drohende
Straftat. Inhaftierungen oder schwere Eingriffe wie elektronische
Fußfesseln aufgrund bloßer Mutmaßungen sind aber mit dem Grundsatz der
Unschuldsvermutung nicht zu vereinbaren. Mit ihren Plänen für einen
neuen Haftgrund und erweiterte Abschiebehaft öffnen de Maizière und Maas
die Tür zur Gesinnungsjustiz.
Völlig unsinnig ist zudem die Ausweitung des sogenannten
Ausreisegewahrsams auf zehn Tage. Die Bundesregierung bleibt eine
Erklärung schuldig, was diese Schikane von Ausreisepflichtigen mit
Terrorbekämpfung zu tun haben soll. Wer die Asyl- mit der
Sicherheitsdebatte vermischt, zündelt. Das einzig Richtige am
Zehn-Punkte-Plan der beiden Minister ist die Ausweitung der
Präventionsprogramme, sofern sie unabhängig vom Verfassungsschutz
betrieben werden.“
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