.ausgestrahlt-Newsletter
08. Juni 2015
Liebe Freundinnen und Freunde,
einmal mehr hat die Atommüll-Kommission getagt. Die Reihe der Widersprüche
und Absurditäten, so zeigt sich, nimmt kein Ende. So hat die Kommission
das Ende ihrer Arbeit auf den 30. Juni 2016 festgelegt. Mehr Zeit sei beim
besten Willen nicht drin. Warum? Dauert es noch länger, so die
Befürchtung, würde das Thema Atommüll in den Vorwahlkampf rutschen und
dann sei eine Einigung schwierig. Oder, fast noch schlimmer: Befasst sich
erst der nächste Bundestag mit dem Kommissionsbericht, sei er für diesen
schlicht „ohne Wert“.
Damit geht dieses Gremium widerspruchslos davon aus, was
AtomkraftgegnerInnen schon 2013 hätten beschwören können. Dass nämlich der
damalige sogenannte Bund-Länder-Konsens zum Endlagersuchgesetz und somit
auch zur Atommüll-Kommission höchstens so lange hält, wie die
Legislaturperiode. Absurd der Gedanke, dass es in diesem Fall um ein Thema
geht, das die Gesundheit und das Leben der Menschheit noch für
Jahrtausende bedrohen wird...
Unser Kommentar zur 13. Sitzung der Atommüll-Kommission:
http://www.blogs.ausgestrahlt.de/general/die-axt-die-buergerinnen-und-die-akzeptanz/
„Wir müssen den Kakao, durch den wir gezogen werden sollen, nicht auch
noch trinken. Sprich: (...) die Kommission wird das durchziehen, wir
müssen aber nicht mitmachen“, so das Fazit von Reinhard Ueberhorst
(ehemaliger SPD-MdB, heute freiberuflicher Berater, Planer und Dozent) zur
simulierten BürgerInnen-Beteiligung der Atommüll-Kommission. Das spannende
Manuskript seines Vortrags auf der Atommüll-Tagung von .ausgestrahlt und
der BI Lüchow-Dannenberg am 20. Juni in Berlin:
www.ausgestrahlt.de/ueberhorst-rede
Mehr Neuigkeiten wie immer in diesem Newsletter!
Herzliche Grüße
Julia Schumacher
und das ganze .ausgestrahlt-Team
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Inhaltsverzeichnis
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1. Jülicher Atommüll: Forschungszentrum hat jahrelang gelogen
2. ausgezeichnet: Jochen Stay ist „Stromrebell des Jahres 2015“
3. Geschenk: Für .ausgestrahlt-Fans von .ausgestrahlt-Fans
4. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand
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1. Jülicher Atommüll: Forschungszentrum hat jahrelang gelogen
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Die Bombe ist geplatzt: Schon seit 2013 ist bekannt, dass die rund 290.000
abgebrannten Brennelement-Kugeln in Jülich kein „atomwaffentaugliches“
Material enthalten. Trotzdem behaupteten das Forschungszentrum Jülich
(FZJ) und das Bundesforschungsministerium jahrelang und offenbar in voller
Absicht genau das – und untermauerten damit ihre Forderung, der
Strahlendreck müsse in die USA. Ein jetzt aufgetauchtes, internes Papier
des US-Energieministeriums entlarvt diese Argumentation als Lüge. Zugleich
wird offenbar, wie sich das FZJ die Angst vor Atomwaffen und
terroristischen Angriffen zunutze macht.
Gemeinsame Presseerklärung des Bündnisses gegen Castorexporte:
www.ausgestrahlt.de/pressemitteilung-juelich
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2. ausgezeichnet: Jochen Stay ist „Stromrebell des Jahres 2015“
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Er fuhr los, um im Rahmen des Schönauer Stromseminars über „Widerstand
gegen eine europäische Atomrenaissance“ zu sprechen. Zurück kam er
überraschend und zu unser aller Freude mit dem Preis „Stromrebell des
Jahres 2015“. Ein Preis, der jährlich von den Energieinitiativen und der
Stadt Schönau vergeben wird. In der Begründung der Jury heißt es, Jochen
„plant, initiiert und gibt unzähligen Menschen den Mut und die Motivation,
für ihre Überzeugung einzutreten… Doch was uns vor allem anderen Respekt
einflößt, ist sein unermüdlicher Einsatz und seine Hartnäckigkeit – und
zwar auch dann, wenn es mühsam wird.“ Jochens spontane Dankesrede endete
mit den Worten: „Wenn sich die Kleinen und scheinbar Ohnmächtigen
zusammenschließen und sich wehren, haben es die scheinbar Mächtigen
unendlich schwer, ihre Pläne durchzusetzen." In diesem Satz wird deutlich,
wie Jochen selbst den Preis versteht: als Anerkennung und Motivation für
die vielen Unermüdlichen in der Anti-Atom-Bewegung. Und auf unsere Frage,
was er denn mit den 5.000 Euro Preisgeld machen wolle, antwortete er
verdutzt: „Die nächste .ausgestrahlt-Kampagne natürlich! Was denn sonst?!“
http://www.ews-schoenau.de/ews/auszeichnungen.html
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3. Für .ausgestrahlt-Fans von .ausgestrahlt-Fans
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Atomausstieg? Da fehlt noch viel! Mindestens bis zum Jahre 2022 sollen in
Deutschland Atomkraftwerke am Netz bleiben. .ausgestrahlt kämpft dafür
ein, dass das schneller geht – und unterstützt alle, die mit uns kämpfen!
Unsere Arbeit wiederum ist jedoch nur möglich mit Eurer Unterstützung. Wer
sich jetzt entscheidet, Förderer/Förderin von .ausgestrahlt zu werden,
kann sogar etwas gewinnen.
Extra für Euch hat uns Hans Ratz von der kabarettistisch-politischen Band
„Strom und Wasser“ ein kleines Geschenk gemacht: 20 Exemplare seiner
aktuellen CD „Anti Cool“. Fülle jetzt das Online-Förder-Formular aus –
gehörst Du zu den 20 ersten EinsenderInnen bekommst Du eine der CDs:
www.ausgestrahlt.de/strom-und-wasser-cd
Du stehst mehr auf Dancehall/Reggae von der Berliner Band „Seeed“, die im
letzten Jahr auf der Energiewende-Demo gespielt hat? Dann folge diesem
Link und Du erhältst als künftige/r .ausgestrahlt-Förderer/Förderin eine
von 10 CDs der aktuellen Scheibe „Seeed“:
www.ausgestrahlt.de/seeed-cd
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4. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand
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Am 14. Juli 2015 startet die Erörterung zum Abriss des AKW Philippsburg I.
Weil sich alle bisherigen Erörterungstermine – z. B. in Bilbis und
Neckarwestheim – als reine Farce entlarvten, gehen AtomkraftgegnerInnen an
diesem Tag auf die Straße:
http://philippsburg-abschalten.de/akw-abriss
14 AktivistInnen haben vor wenigen Tagen den höchsten Gipfel Afrikas
bezwungen. Was sie antrieb: Sie wünschen sich eine Welt ohne Uranabbau,
Atomwaffen und Kernenergie. Zehn sehr berührende Minuten zeigen die
unfassbare Leistung, die sie auf sich genommen haben, um für kurze Zeit
ein kleines Banner mit einer starken Botschaft in die Welt zu tragen:
http://www.ujuzi.de/video.php?id=16
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.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation. Wir
unterstützen AtomkraftgegnerInnen, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest
zu machen. Mit diesem Newsletter informieren wir über Kampagnen, Aktionen
und politische Entwicklungen.
Mehr über .ausgestrahlt:
http://www.ausgestrahlt.de/ueber-uns
WideBlick - Potential-Entwicklungs-Magazin für junges Denken: Themen, die diskussionswürdig sind. Musik, die hörenswert ist. Filme, die sehenswert sind. Fakten, die wissenswert sind. (Musik, Aphorismen, Politik, Umwelt, Filme, Kunst, Pädagogik, Termine). Thematisch gibt es fast keine Begrenzungen. (Kein Mainstream!)
8. Juli 2015
[.ausgestrahltNews] Atommüll-Konsens mit kurzer Halbwertszeit
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