(BUP) Die rot-grüne Koalition wird den Volksentscheid zum Rückkauf der
Energienetze unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit und
gesellschaftlicher Gruppen weiter umsetzen. So wird mit einer Initiative
der Fraktionen von SPD und Grünen zur nächsten Bürgerschaft Ende Mai
die Einrichtung eines politischen Stromnetzbeirats noch vor der
Sommerpause auf den Weg gebracht. Dieser Beirat soll
Gesellschafterversammlung, Aufsichtsrat sowie Vorstand und
Geschäftsführung von Stromnetz Hamburg beraten.
Ferner soll der
Beirat eine vermittelnde Rolle im Dialog zwischen Stromnetz Hamburg,
Politik, gesellschaftlichen Gruppen und Öffentlichkeit über die
Fortentwicklung des Hamburger Stromnetzes im Sinne einer sozial
gerechten, klimaverträglichen und demokratisch kontrollierten
Energieversorgung aus erneuerbaren Energien wahrnehmen.
Dazu
Monika Schaal, umwelt- und energiepolitische Sprecherin der
SPD-Bürgerschaftsfraktion: "Wir halten Wort bei der Umsetzung des
Volksentscheids. Einen solchen politischen Stromnetzbeirat gibt es
nirgends in Deutschland. Er ist bisher einzigartig. Mit diesem Gremium
schaffen wir ein Höchstmaß an Transparenz und Beteiligung bei der
Umsetzung der Energiewende in Hamburg. So richten sich die öffentlichen
Fragestunden nicht nur an Verbände, sondern sollen ebenso ein Forum für
alle interessierten Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sein. Das ist
vorbildlich. Ich bin davon überzeugt, dass die Rekommunalisierung der
Netze nur im engen Schulterschuss mit allen Beteiligten erfolgreich
abgeschlossen werden kann. Auch die Energiewende wird nur gelingen, wenn
alle mitgenommen werden."
Dazu Ulrike Sparr, umwelt- und
energiepolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: "Das
Stromnetz gehört der Stadt und damit den Hamburgerinnen und Hamburgern.
In der Umsetzung des Volksentscheids war und ist uns Grünen Beteiligung
und Transparenz besonders wichtig. Das erfüllen wir jetzt mit der
Schaffung des Stromnetzbeirats. Dieses Gremium versammelt alle wichtigen
Akteure in Sachen Netzerückkauf – von der Initiative 'Unser Hamburg
unser Netz' über die Wirtschaft und den Verbraucherschutz bis zur
Wissenschaft."
Hintergrund:
Dem Beirat sollen
Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen der Hamburgischen
Bürgerschaft, der Beteiligten des Volksentscheides, der
Verbraucherzentrale, der Gewerkschaften, der Hamburger Wirtschaft
beziehungsweise deren Verbänden, der Energiewirtschaft – insbesondere
aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien – und der Hamburger
Hochschulen angehören. Die Amtszeit des Beirats ist jeweils an die
Wahlperiode der Bürgerschaft gebunden. Der Beirat tagt zweimal im Jahr
und beginnt jeweils mit einer öffentlichen Fragestunde. Der Beirat und
seine Mitglieder haben umfassende Informations- und Einsichtsrechte.
Vorstand und Geschäftsführung von Stromnetz Hamburg informieren den
Beirat laufend über alle Angelegenheiten, die von grundlegender
Bedeutung sind. Im Zuge des Erwerbs des Gas- und Fernwärmenetzes soll
bei diesen Gesellschaften ebenfalls ein solcher Beirat eingerichtet und
alle Beiräte zu gegebener Zeit zusammengeführt werden.
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