(BUP) "Die internationale Klimapolitik krankt am mangelnden
Gestaltungswillen der Regierungen. Nur wenige Monate vor dem
richtungsweisenden UN-Klimagipfel in Paris erklären jetzt Frankreich und
Deutschland, dass die Erwartungen an ein neues Klimaabkommen nicht zu
hoch sein sollten. Hollande und Merkel stellen sich damit ein eigenes
Armutszeugnis klimapolitischer Machtlosigkeit aus", erklärt Eva
Bulling-Schröter, energie- und klimapolitische Sprecherin der Fraktion
DIE LINKE, zum Auftakt des Petersberger Klimadialoges in Berlin.
Bulling-Schröter weiter:
"Die Klimapolitik zeigt exemplarisch
wie heute Umweltschutz gemacht wird. Der neue Bottom-up-Ansatz,
demzufolge Staaten nationale CO2-Reduktionsziele (INDCs) freiwillig
melden, statt Klimaschutz-Vorgaben durch ein internationales Abkommen
festzulegen, ist ein trauriger Erfolg von über 20 Jahren
Anti-Klimaschutz-Lobbying durch Industrie, Wirtschaft und Blockierern.
Die Selbstverpflichtung von Staaten ohne jeglichen Sanktionsmechanismus
wird dazu führen, dass das 2-Grad-Limit der globalen Erwärmung nicht
eingehalten werden kann. Die bisher gemeldeten INDCs sind ein
Trauerspiel und würden die Erde um drei bis vier Grad erwärmen."
"Kanzlerin
Merkel muss ihre Schlafwagen-Politik beim Klimaschutz endlich beenden.
Die Chancen, dass die einstige Klimakanzlerin die Notbremse zieht und
als Vorsitzende der G7-Präsidentschaft die internationale Staatenwelt
wachrüttelt, stehen allerdings schlecht. Nicht einmal bei nationalen
Klimaschutz-Fragen wie der Klima-Abgabe für alte Kohlekraftwerke nimmt
die Regierungs-Chefin das Ruder in die Hand. Statt Wirtschaftsminister
Sigmar Gabriel den Rücken zu stärken schweigt sich die CDU-Oberin aus."
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen