„9.000 Anzeigen wegen illegaler
Einreise sind 9.000 zu viel. Denn es gibt so gut wie keine legalen Wege
der Einreise nach Deutschland mehr. Zudem werden bei Stellung des
Asylgesuchs die Ermittlungen durch die Behörden zu Recht eingestellt.
Durch die Verfolgung irregulärer Einreise als Straftatbestand werden
nicht nur Schutzsuchende kriminalisiert, sondern auch ohnehin schon
überforderte Behörden de facto lahmgelegt“, kommentiert die
innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, die Zahl
der Anzeigen wegen illegalen Grenzübertritts in den ersten zwei Monaten
des Jahrs 2017. Jelpke weiter:
„Es ist eine Illusion zu glauben, Menschen, die vor Hunger, Folter
und Tod fliehen, durch Zäune und Kriminalisierung stoppen zu können. In
den Ländern auf der Balkanroute, wie Serbien, Ungarn, Bulgarien,
Mazedonien oder dem kaputtgesparten Griechenland, erfolgt Asyl nur unter
inhumanen Bedingungen, Ungarn beispielsweise praktiziert sogar
flächendeckende Internierung und Inhaftierung von Asylsuchenden. Es ist
an der Zeit, die Abschottungspolitik der EU zu beenden, ernsthaft
Fluchtursachen zu bekämpfen und sich für eine menschenwürdige
Unterbringung von Flüchtlingen einzusetzen.“
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