„Während in Afrika gerade 20
Millionen Menschen zu verhungern drohen, hat die Bundesregierung nichts
Besseres zu tun, als fast 70 Millionen Euro für zwei sinnlose und
gescheiterte Bundeswehreinsätze zu verschwenden. Statt Militär wäre
Menschlichkeit gefragt. Das Geld könnte viele Leben retten“, erklärt
Alexander S. Neu, Obmann der Fraktion DIE LINKE im
Verteidigungsausschuss, zu der heute vom Bundeskabinett beschlossenen
Verlängerung der EU-geführten Bundeswehreinsätze EUTM Mali und ATALANTA
vor den Küsten Somalias und Jemens. Neu weiter:
„Erst im Januar wurde das Kontingent des MINUSMA-Mandats im Norden
Malis erheblich aufgestockt - inklusive des Einsatzes von
Kampfhubschraubern - zum nun größten Einsatz der Bundeswehr. Jetzt soll
auch die Ausbildungsmission EUTM Mali um ein Jahr verlängert werden und
aller Voraussicht nach wieder ein Stückchen näher an den hart umkämpften
Norden des Landes heranrücken. Die Bundeswehr verstrickt sich so immer
tiefer in die Kämpfe in der Region. Der Einsatz trägt nicht zur
Verbesserung der Sicherheitslage bei – ganz im Gegenteil gilt Mali
mittlerweile als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Angesichts
dessen ist es mehr als zynisch, dass die CSU sogar laut darüber
nachdenkt, Mali zu einem sicheren Herkunftsland zu erklären, um die
Menschen an Flucht zu hindern und leichter wieder dorthin abschieben zu
können. Statt Militär zu schicken, müssen die Ursachen von Terror und
Flucht angegangen werden.
Auch die Mission ATALANTA zur Pirateriebekämpfung vor den Küsten der
massiv von Dürrekatastrophe und Hungersnot bedrohten Länder Somalia und
Jemen war von Anfang an überflüssig und keine einzige der vielen
Millionen Euro wert, die hier sinnlos im Indischen Ozean versenkt
wurden. Sie diente und dient lediglich dazu, die Marine zu
geopolitischen Zwecken dauerhaft in der Region zu stationieren. Sie hat
die Piraterie weder nachhaltig eingedämmt, noch deren Ursachen
beseitigt, den Menschen vor Ort in irgendeiner Weise geholfen oder den
Bürgerkrieg in Somalia beendet.
DIE LINKE lehnt die Verlängerung beider Missionen daher ab und
fordert die Bundesregierung auf, das Geld stattdessen zur Bekämpfung von
Hungersnot und Fluchtursachen einzusetzen.“
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen