21. Juni 2020

Greenpeace-Kommentar zu Billigfleisch-Verbot und Corona-Ausbruch bei Tönnies


Hamburg, 19. Juni 2020 - Das Land Nordrhein-Westfalen will Dumpingpreise für Fleisch unterbinden. Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) kündigte eine Bundesratsinitiative an, um die Vorschriften zum Verkauf unter Einstandspreis im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb zu verschärfen. Es kommentiert Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter :

„Es ist gut, dass Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin sich endlich für ehrlichere Preise einsetzen will, aber es reicht längst nicht, um die jahrzehntelangen Versäumnisse ihrer Partei in der Agrarpolitik aufzuholen. Immer wieder verhindert die Union, dass geltendes Tierschutzrecht in den Ställen durchgesetzt wird. Das kranke System Billigfleisch funktioniert nur, wenn Tiere weiter gequält werden. Damit muss endlich Schluss sein.


Der jüngste Corona-Ausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück zeigt: Den wahren Preis für Billigfleisch im Supermarkt zahlen Menschen und Tiere. Die rücksichtslose Dumpingstrategie der Handelskonzerne und Fleischbarone zwingt Tausende, in Schlachthöfen unter unwürdigen, unsicheren und gesundheitsgefährdeten Bedingungen zu arbeiten, sie lässt Tiere leiden und schadet Umwelt und Klima.“

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