(BUP) Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist erfreut, dass alle
Fraktionen des hessischen Landtages erneut einmütig das weitere Vorgehen
im Biblis-Untersuchungsausschuss beschlossen haben. „Leider konnten wir
heute in der Aufklärungsarbeit nicht vorankommen, weil das SPD-geführte
Bundesumweltministerium (BMU) die Aussage geladener Zeugen verhindert
hatte“, erläutert Frank Kaufmann, Obmann der GRÜNEN im Ausschuss. „Umso
wichtiger ist es, dass der ehemalige Vorstandsvorsitzende von RWE,
Jürgen Großmann, schon in der nächsten Sitzung des Ausschusses vernommen
werden soll. Einigkeit besteht auch darüber, dass der ehemalige Chef
des Bundeskanzleramts, Ronald Pofalla, geladen wird. Die Terminierung
der Aussage von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier ist noch
offen. Wir sind zuversichtlich, dass sich trotz der
Terminschwierigkeiten von Herrn Bouffier als Bundesratspräsident und
einzelner Ausschussmitglieder auch hier einvernehmlich ein Termin finden
lässt.“
„Die ebenfalls einmütig festgelegte Reihenfolge der
Vernehmungen ist aus unserer Sicht geeignet, die Aufklärung
voranzutreiben“, so Kaufmann weiter. „Für eine fundierte Befassung ist
es entscheidend, die Aussagen der Zeugen einander gegenüberstellen zu
können, um eventuelle Widersprüche aufzuzeigen. Das geht am besten, wenn
sie im Wortprotokoll vorliegen. Deshalb sind zunächst Vernehmungen in
aufeinander folgenden Sitzungen sinnvoll, wie es bisher auch in allen
Untersuchungsausschüssen üblich war. Wenn sich daraus Widersprüche oder
neue Anhaltspunkte ergeben, können Zeugen erneut vorgeladen oder
zusätzliche Zeugen benannt werden.“ Kaufmann sagte, „ich bin sehr froh
über die konstruktive Atmosphäre im Ausschuss und bedauere, dass
einzelne Oppositionsabgeordnete öffentlich einen anderen,
wahrheitswidrigen Eindruck erwecken wollen“.
„Wir erwarten von
der Bundesebene, dass sie die parlamentarische Aufklärung in Hessen
nicht weiter behindert“, so Kaufmann weiter. Das SPD-geführte
Bundesumweltministerium (BMU) müsse seine Entscheidung überdenken, der
zufolge der ehemalige Leiter der für Atomaufsicht zuständigen
Arbeitsgruppe Reaktorsicherheit I/3 im BMU, Gerrit Niehaus, keine
Aussagegenehmigung erhalten hatte. Alle Fraktionen gemeinsam haben den
Ausschussvorsitzenden gebeten, in diesem Sinne beim BMU nachzufassen.
„Ich erwarte, dass auch Herr Pofalla eine umfassende Aussagegenehmigung
erteilt bekommt. Nur so lässt sich die Verantwortung für die Stilllegung
der deutschen Atomkraftwerke klären, die unserer Auffassung nach
eindeutig beim Bund liegt“, erläuterte Kaufmann.
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