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6. Dezember 2013
Anti-Atom-Protest vor Innenministerkonferenz in Osnabrück
Innenminister müssen Katastrophenschutz an Erfahrungen aus Fukushima anpassen
Bei der Innenminister-Konferenz von Bund und Ländern ab heute in Osnabrück
steht auch der Katastrophenschutz bei Atomkraftwerken auf der
Tagesordnung. Vor dem Tagungshotel demonstrieren Atomkraftgegner. Dazu
erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:
"Fast drei Jahre nach Fukushima ist es höchste Zeit, dass der
Katastrophenschutz in Deutschland an die Erfahrungen aus Japan angepasst
wird. Die Vorschläge aus der Strahlenschutzkommission (SSK) zur Ausweitung
der Evakuierungszonen rund um die Atomkraftwerke und der Absenkung der
Grenzwerte für die dauerhafte Umsiedlung sind zwar absolut nicht
ausreichend. Aber bevor die Minister gar nichts beschließen, wäre es
besser, wenn sie in einem ersten Schritt zumindest die SSK-Empfehlungen
umsetzen.
Notwendig sind noch deutlich niedrigere Grenzwerte und größere
Evakuierungszonen. Im dichtbesiedelten Deutschland können die radioaktiven
Wolken aus havarierten AKW im Binnenland nicht wie in Japan aufs Meer
wehen. Bei einem Super-Gau sind selbst die bisherigen
Katastrophenschutz-Vorkehrungen wirkungslos. Größere Evakuierungen sind
logistisch unter den Voraussetzungen von Massenpanik, verstopfter
Verkehrswege und dezimierter Einsatzkräfte völlig undenkbar. Viele
Helferinnen und Helfer werden erst gar nicht zum Dienst erscheinen.
Selbst der beste Katastrophenschutz bietet keine Sicherheit für die
Bevölkerung. Da hilft nur das Abschalten der AKW - und zwar jetzt und
nicht erst 2022."
In der Strahlenschutzkommission wurde eine Empfehlung erarbeitet, die
vorsieht, künftig nicht mehr nur den Umkreis von 10 Kilometern um ein AKW
zu evakuieren, sondern 20 Kilometer. Außerdem soll der Eingreifwert für
Evakuierung und Umsiedlungen von 100 auf 50 Millisievert gesenkt werden.
In Japan liegt der Grenzwert für Umsiedlungen bei 20 Millisievert im Jahr,
in Tschernobyl wurde sogar schon ab 5 Millisievert umgesiedelt. Nach einer
Untersuchung des Bundesamtes für Strahlenschutz müssten bei der Anwendung
des japanischen Grenzwertes die Menschen sogar noch in 170 Kilometer
Entfernung vom AKW umgesiedelt werden."
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