„Jetzt
ist es offiziell: Die Wirtschaft schafft es nicht von alleine,
menschenrechtliche Prinzipien durchzusetzen, um die Förderung von
Rohstoffen oder Produktion von Kleidung angemessen zu überwachen. Und
das, obwohl die Wirtschaftslobby zusammen mit Bundeswirtschaftsminister
Peter Altmaier im Vorfeld noch dafür gesorgt hatte, dass die
Anforderungen für die Befragung möglichst niedrig blieben. Dies ist ein
doppeltes Armutszeugnis“, kommentiert Eva-Maria Schreiber, für die
Fraktion DIE LINKE Obfrau im Ausschuss für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung, die heutige Vorstellung der zweiten
Runde des NAP-Monitorings, wonach weiterhin weit unter 50 Prozent der
Unternehmen unternehmerische Sorgfaltspflichten umsetzen. Schreiber
weiter:
„Ich befinde mich als Oppositionspolitikerin nun
in der ungewöhnlichen Lage, die Bundesregierung an ihren eigenen
Koalitionsvertrag erinnern zu müssen. Dort steht schwarz auf weiß: wenn
weniger als die Hälfte ihren Sorgfaltspflichten nachkommen, wird die
Bundesregierung gesetzgeberisch tätig. Die Zeit der Freiwilligkeit ist
vorbei und die Zeit drängt, wenn es in dieser Legislaturperiode noch ein
Gesetz geben soll.
Die Bundesregierung darf nicht weiter auf das
Zeitspiel der Unternehmensverbände hereinfallen, die die Corona-Krise
für ihre Interessen instrumentalisieren und ein Lieferkettengesetz
verhindern wollen. Nicht trotz, sondern auch wegen der Corona-Krise
brauchen wir endlich verbindliche Vorschriften zur Einhaltung von
Sozial- und Umweltstandards.“
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