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Hamburg, 21. Februar 2019 – Der
Deutsche Tierschutzbund und VIER PFOTEN haben im Winter 2018/2019 zum
dritten Mal Kleidungsstücke mit Echtpelz auf ihre Kennzeichnung hin
untersucht. Diese entsprach in 78 Prozent der Fälle nicht den Vorgaben
der EU-Textilkennzeichnungsverordnung, wie die nun veröffentlichten
Ergebnisse zeigen. Für Verbraucher ist bei einem Kauf somit nicht
zuverlässig erkennbar, ob es sich um Echtpelz oder Kunstfell handelt.
Die Tierschützer fordern von der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene
endlich für eine transparente und verbraucherfreundliche
Kennzeichnungsregelung einzusetzen.
Insgesamt
23 Geschäfte und einen Markstand in Hamburg und München haben die
Mitarbeiter vom Deutschen Tierschutzbund und VIER PFOTEN für ihre Tests
besucht. Dabei wurden insgesamt 63 Textilprodukte mit Echtpelz aus
unterschiedlichen Einzelhandelskategorien begutachtet – darunter Jacken
und Mützen. Bei 43 von insgesamt 63 untersuchten Textilprodukten (68%)
fehlte die durch die EU-Textilkennzeichnungsverordnung vorgeschriebene
Kennzeichnung komplett. Das jeweilige Etikett gab keine Informationen
dazu, dass das Produkt „Bestandteile tierischen Ursprungs“ enthält. Bei
sechs Produkten (10%) war die Kennzeichnung nur in einer Fremdsprache
bzw. handschriftlich vermerkt und somit ebenfalls fehlerhaft. Bei 17 Produkten (27%) war zwar Pelz auf dem Etikett erwähnt, jedoch
mit irreführenden Bezeichnungen wie „Marmot“ (Murmeltier) oder
„Raccoon“ bzw. „Waschbär“ – obwohl davon auszugehen ist, dass in den
meisten Fällen das Fell des Marderhundes zum Einsatz kam.
Marderhund-Fell wurde auch mit dem nicht geläufigen Begriff „Murmansky” ausgewiesen.
Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN:
„Unsere
Recherchen belegen, dass viele Hersteller und Modegeschäfte ihre Kunden
gar nicht oder nur ungenügend darüber informieren, ob ein
Kleidungsstück Echtpelz enthält oder nicht. Bei den meisten
Echtpelzartikeln werden Verbraucher im Unklaren gelassen oder gar
getäuscht, denn es fehlt eine klare und eindeutige Kennzeichnung auf dem
Etikett. Hier ist die Politik gefragt, eine klare Pelzkennzeichnung zu
schaffen und umzusetzen.“
Dr. Henriette Mackensen, Fachreferentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund: „Echtpelz
ist zum Teil genauso billig herzustellen wie Kunstfell und wird den
Käufern oft ohne es zu wissen untergejubelt – obwohl die Mehrheit echtes
Fell ablehnt. Wenn schon Pelz verkauft wird, dann sollte er zumindest
als solcher zu erkennen sein – mit Angabe der Tierart, der Herkunft und
der Art und Weise, wie das Fell gewonnen wurde.“
Bereits
in den Vorjahren haben die Tierschützer im Nachgang der Recherchen die
Ordnungsbehörden in Hamburg und München sowie die Verbrauchzentrale
informiert und an die betroffenen Händler appelliert, entsprechende
Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Die Ergebnisse der diesjährigen
Recherche zeigen, dass trotz dieser Anstrengungen die Verstöße gegen die
unzureichenden Kennzeichnungsvorschriften der EU nicht weniger werden.
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