13. April 2018

KRITIK AN VERURTEILUNG VON ATOMWAFFENGEGNERINNEN


Friedensnobelpreisträger           "Protest gegen Atomwaffen ist dringend nötig"

Die         mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Organisationen
ICAN         und         IPPNW kritisieren das Urteil gegen zwei junge
Aktivistinnen, die         gewaltfrei gegen die in Deutschland gelagerten
US-Atombomben         protestiert hatten. Vor rund eineinhalb Jahren
hatten die beiden         zusammen mit anderen Mitstreitern die Start- und
Landebahn des         Fliegerhorsts Büchel (Rheinland-Pfalz) blockiert,
um auf die         permanente Bedrohung durch die dort gelagerten
Atomwaffen         aufmerksam         zu machen. Heute         hat das
Landgericht Koblenz die Aktivistinnen in zweiter Instanz       wegen
Hausfriedensbruch zu         einer Geldstrafe in Höhe von
ingesamt         1.050 Euro verurteilt.
Dr.         Alex Rosen, Vorsitzender         der deutschen IPPNW-Sektion
erklärt         dazu:         "Die gefährlichen Spannungen
zwischen         den beiden Atomwaffenmächten USA und Russland führt
uns         drastisch         vor Augen, dass die Existenz dieser
Waffen         die gesamte Menschheit bedroht.         Der Einsatz
hätte         katastrophale Folgen, daher sind diese Waffen durch nichts
zu         rechtfertigen und müssen abgeschafft werden. Protest
gegen         Atomwaffen ist daher nicht         nur legitim, sondern
dringend nötig. Leider hat das Gericht         diesen         Aspekt
nicht ausreichend berücksichtigt." Die Angeklagten         hatten mit
rechtfertigendem Notstand (§34 Strafgesetzbuch)         argumentiert.

Durch ihre Aktion wollten sie die Gefahr für Leib         und
Leben hunderttausender Menschen durch einen möglichen Einsatz
der         Atombomben abwenden.
Martin         Hinrichs aus dem Vorstand von ICAN Deutschland, ergänzt:
"Das         Urteil verdeutlicht auch die Bedeutung des
internationalen         Atomwaffenverbots, das im vergangenen Sommer von
122 Staaten         beschlossen wurde. Der Vertrag tritt in Kraft, wenn 50
Nationen         ratifiziert haben. Dann haben deutsche Gerichte noch
ein         Argument         mehr, auf das sie sich in Prozessen wie
diesen berufen können.         Es         ist eine Schande, dass die
Bundesregierung das UN-Abkommen         bislang         boykottiert und
sich damit auf die Seite von Donald Trump,         Wladimir         Putin
und Kim Jong-Un schlägt."
In         Büchel lagern etwa 20 US-Atombomben, die in den kommenden
Jahren         modernisiert werden sollen. Bundeswehr-Soldaten
trainieren         regelmäßig         den Abwurf dieser Bomben und üben
so den Massenmord.

Die         zwei angeklagten Aktivistinnen gehören zum Jugendnetzwerk
für         politische Aktionen (Junepa) und waren zum Zeitpunkt
der         Blockade         jünger als 21 Jahre, daher wird nach
Jugendstrafrecht         verhandelt.         Für die Prozesse gegen die
vier älteren Aktivisten gibt es noch         keinen Termin.

Weitere         Informationen zum Prozess und zum Urteil finden Sie auf
der         Website         von Junepa unter
http://junepa.blogsport.eu/aktionen/widerspruch (Link:
http://junepa.blogsport.eu/aktionen/widerspruch )

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