(BUP) In öffentlicher Sitzung des Umweltausschusses hat sich heute
Hessens Umweltministerin Priska Hinz gegen ihre Fachbehörde, das
Hessische Landesamtes für Umwelt und Geologie, gestellt. Dazu erklärt
Marjana Schott, umwelt- und Verbraucherschutzpolitische Sprecherin der
Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„Umweltministerin
Priska Hinz (Grüne) leugnet, dass jede weitere Salzabwasserversenkung
unweigerlich nachteilige Veränderungen des zur Trinkwassergewinnung
genutzten Grundwassers nach sich zieht. Die dort bestehenden
Grundwasserschäden werden nun weiter vergrößert. Es ist mehr als bizarr,
dass sich die Ministerin gegen die Feststellung ihrer eigenen
Fachbehörde stellt.“
Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie
(HLUG) sowie die Thüringische Fachbehörde (TLUG) kämen übereinstimmend
zu dem Ergebnis, dass die Versenkung von Salzabwasser das Grundwasser
nachteilig verändere, so Schott. Und dass jede weitere Versenkung zu
einer Vergrößerung des Schadens führe.
Für Thüringen erkenne die
Ministerin an, dass es infolge der Salzabwasserversenkung bereits zur
Schließung von Trinkwasserbrunnen gekommen sei. Sie beharre jedoch
darauf, dass eine Gefährdung des Trinkwassers in Hessen bis dato noch
nicht festgestellt worden sei.
Schott: „Mit der abenteuerlichen
Argumentation, nach der die Situation in Thüringen mit der in Hessen
aufgrund unterschiedlicher geologischer Gegebenheiten nicht vergleichbar
ist, verteidigt Hinz ihr Angebot an K+S, die Versenkung als
Entsorgungsmöglichkeit bis 2021 fortzusetzen, wenn K+S zeigen könne,
dass dies nicht zu Schäden am Grundwaser führt.
Es ist bestürzend,
dass die Ministerin bereits eingetretene Schäden einfach ignoriert.
Dabei ist der Schutz des Grundwassers vom Gesetzgeber sehr hoch
angesetzt. Demnach reicht nach dem Besorgnisgrundsatz bereits der
Verdacht aus, dass die Versenkung zu Schäden führen könnte, um diese zu
stoppen. Es ist empörend, dass eine Umweltministerin gegen Umweltrecht
verstößt, die Trinkwasserversorgung aufs Spiel setzt und mittelfristig
die Arbeitsplätze in der Kaliindustrie gefährdet. Weil sich Hinz
gegenüber Alternativen verschließt, können nun wohl nur noch Gerichte
die Versenkung und den Vier-Phasen-Plan stoppen.“
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