10. März 2015

Siegesmund: Fukushima mahnt uns zu konsequenter Energiewende / Steuerzahler dürfen nicht auf Ewigkeitskosten der Atomenergie sitzen bleiben

(BUP) Anlässlich des vierten Jahrestages des Reaktorunfalls im japanischen Fukushima erinnert Thüringens Umwelt- und Energieministerin Anja Siegesmund an die unbeherrschbaren Folgen der Atomenergie und den Atomausstieg in Deutschland. „Noch immer kann in Fukushima keine Entwarnung gegeben werden. Die Folgenbeseitigung wird noch Jahre in Anspruch nehmen“, so die Ministerin. Siegesmund verweist darauf, dass aus den Reaktoren von Daiichi noch immer radioaktives Wasser den Weg in die Weltmeere findet und so ein enormes Langzeitrisiko für Mensch und Natur berge.

Siegesmund erinnert in diesem Zusammenhang an den parteiübergreifend beschlossenen Atomausstieg und mahnt: „Wir müssen Grabenkämpfe bei der Umsetzung der Energiewende vermeiden und konstruktiv an dem Ausbau erneuerbarer Energien, der Energieeffizienz sowie der Entwicklung klimafreundlicher Technologien arbeiten“. In Bezug auf die nach wie vor ungelöste Endlagerfrage und die Kosten für den Rückbau stillgelegter Atommeiler fordert Thüringens Energieministerin eine Überführung der Atomrückstellungen der Energiekonzerne in einen öffentlich-rechtlichen Fonds. „Gerade für Atomkonzerne, die jahrelang Milliardengewinne eingefahren haben, gilt das Verursacherprinzip. Die Steuerzahler dürfen nicht auf den Ewigkeitskosten der Atomenergie sitzen bleiben“, so Siegesmund.

Mit Blick auf das Atomkraftwerk (AKW) Grafenrheinfeld, welches Ende Mai vom Netz gehen soll, sagt Siegesmund: „Auch wenn in Thüringen kein AKW betrieben wird, hätte ein Zwischenfall in einem der ältesten AKW in Grafenrheinfeld verheerende Auswirkungen für Thüringen. Für diese Vorstellung bräuchte es keinen Katastrophenfilm.“ Seit Inbetriebnahme im Jahr 1982 wurden über 200 Zwischenfälle gemeldet, darunter auch ein Störfall der INES-Stufe 1, gibt die Ministerin zu bedenken. Umso wichtiger sei es, den Atomausstieg nicht in Frage zu stellen und die Energiewende konsequent umzusetzen. Thüringen leiste hierfür seinen Beitrag.

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