(BUP) Anlässlich des vierten Jahrestages des Reaktorunfalls im
japanischen Fukushima erinnert Thüringens Umwelt- und Energieministerin
Anja Siegesmund an die unbeherrschbaren Folgen der Atomenergie und den
Atomausstieg in Deutschland. „Noch immer kann in Fukushima keine
Entwarnung gegeben werden. Die Folgenbeseitigung wird noch Jahre in
Anspruch nehmen“, so die Ministerin. Siegesmund verweist darauf, dass
aus den Reaktoren von Daiichi noch immer radioaktives Wasser den Weg in
die Weltmeere findet und so ein enormes Langzeitrisiko für Mensch und
Natur berge.
Siegesmund erinnert in diesem Zusammenhang an den
parteiübergreifend beschlossenen Atomausstieg und mahnt: „Wir müssen
Grabenkämpfe bei der Umsetzung der Energiewende vermeiden und
konstruktiv an dem Ausbau erneuerbarer Energien, der Energieeffizienz
sowie der Entwicklung klimafreundlicher Technologien arbeiten“. In Bezug
auf die nach wie vor ungelöste Endlagerfrage und die Kosten für den
Rückbau stillgelegter Atommeiler fordert Thüringens Energieministerin
eine Überführung der Atomrückstellungen der Energiekonzerne in einen
öffentlich-rechtlichen Fonds. „Gerade für Atomkonzerne, die jahrelang
Milliardengewinne eingefahren haben, gilt das Verursacherprinzip. Die
Steuerzahler dürfen nicht auf den Ewigkeitskosten der Atomenergie sitzen
bleiben“, so Siegesmund.
Mit Blick auf das Atomkraftwerk (AKW)
Grafenrheinfeld, welches Ende Mai vom Netz gehen soll, sagt Siegesmund:
„Auch wenn in Thüringen kein AKW betrieben wird, hätte ein Zwischenfall
in einem der ältesten AKW in Grafenrheinfeld verheerende Auswirkungen
für Thüringen. Für diese Vorstellung bräuchte es keinen
Katastrophenfilm.“ Seit Inbetriebnahme im Jahr 1982 wurden über 200
Zwischenfälle gemeldet, darunter auch ein Störfall der INES-Stufe 1,
gibt die Ministerin zu bedenken. Umso wichtiger sei es, den Atomausstieg
nicht in Frage zu stellen und die Energiewende konsequent umzusetzen.
Thüringen leiste hierfür seinen Beitrag.
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