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| Experimentalstudie des Umweltbundesamtes zeigt aber Belästigungswirkung
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Eine Experimentalstudie des Umweltbundesamtes (UBA) findet
keinen Zusammenhang zwischen Infraschallgeräuschen um oder unter der
Wahrnehmungsschwelle und akuten körperlichen Reaktionen. Die
Probandinnen und Probanden stuften die Infraschallgeräusche allerdings
als „etwas“ bis „mittelmäßig“ lästig ein. Die Belästigung wurde als
höher eingeschätzt, je näher die Geräusche an die Wahrnehmungsschwelle
sowie in den tieffrequenten Hörschallbereich rückten. Ob jemand bereits
in seinem Wohnumfeld mit Infraschall oder tieffrequenten Geräuschen
vorbelastet war oder nicht, spielte keine Rolle beim Einfluss auf die
körperlichen Reaktionen und das Lästigkeitsempfinden.
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Die Experimentalstudie wurde unter
weitreichend kontrollierten Bedingungen auf einem ehemaligen
Kasernengelände bei Flensburg durchgeführt. Insgesamt 44 Personen wurden
innerhalb von circa acht Stunden mit vier unterschiedlichen
Infraschallgeräuschen beschallt. Die Beschallungsdauer betrug je 30
Minuten. Während und nach der Beschallung wurden die physiologischen
Parameter Herzfrequenz, Blutdruck, Hirnrinden-Aktivität und
Gleichgewichtswahrnehmung gemessen. Dabei konnten keine statistisch
signifikanten Veränderungen festgestellt werden, die auf Infraschall
zurückzuführen waren. Mit Fragebögen wurde das akute
Belästigungsempfinden erhoben. Die Infraschallgeräusche lagen im
Frequenzbereich von 3 Hz bis 18 Hz mit Schalldruckpegeln zwischen 105
und 85 dB. Die Geräusche bildeten somit ein Spektrum unterhalb, nah an
der und knapp oberhalb der derzeit definierten Wahrnehmungsschwelle ab.
Eines der Geräusche war amplitudenmoduliert. Amplitudenmodula
tionen können z.B. bei der
Emission
von Infraschall durch Windenergieanlagen auftreten.
Stationäre Geräte wie Kühlschränke, Wärmepumpen und technische Anlagen
wie Windenergieanlagen oder Biogasanlagen emittieren tieffrequenten
Schall einschließlich Infraschall. Infraschall ist definiert als
Schallwellen im Frequenzbereich unter 20 Hertz und ist für die meisten
Menschen nicht mit dem Gehör wahrnehmbar.
Über die negativen Auswirkungen von Infraschall unterhalb der
Wahrnehmungsschwelle liegen bisher nur wenige wissenschaftliche
Erkenntnisse vor. Die Experimentalstudie des Umweltbundesamtes geht
dieser Frage nach. Allerdings wurde die Studie als
Experimentaluntersuchung mit einer geringen Anzahl von Versuchspersonen
und einem vergleichsweise kurzen Beschallungszeitraum mit synthetischen
reinen Infraschallsignalen durchgeführt. Daher können die
Forschungsergebnisse nicht generalisiert und daraus keine möglichen
langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von Infraschallimmissionen
im Wohnumfeld abgeleitet werden. Um mögliche bislang nicht bekannte
Langzeiteffekte zu identifizieren, bedarf es einer epidemiologischen
Langzeitstudie im Wohnumfeld. Das Umweltbundesamt beabsichtigt daher, im
kommenden Jahr ein vorbereitendes Forschungsvorhaben zu diesem Thema
durchzuführen.
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