„Die
Entscheidung der türkischen Wahlbehörde ist offenbar allein politisch
motiviert und ein Putsch gegen die Demokratie. Wenn man bei
demokratischen Wahlen in der Türkei als Oppositionspartei nicht mehr
gegen die AKP gewinnen darf, muss man von einer Diktatur sprechen. Die
Bundesregierung muss nach diesem Putsch gegen die Demokratie ihre
Türkeipolitik grundlegend verändern. Die Bundesregierung muss sich
entscheiden, ob sie weiter auf der Seite des Despoten Erdogan stehen
will“, erklärt Sevim Dagdelen, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion
DIE LINKE und Vorsitzende der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe
des Bundestages. Dagdelen weiter:
„Die Begründungen der
Wahlbehörde sind fadenscheinig und sachlich nicht substantiiert. Es ist
dem Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, ausdrücklich
zuzustimmen, dass hier von der Wahlbehörde Dinge ins Feld geführt
wurden, die ihr vor den Wahlen bereits bekannt waren.
Die
Bundesregierung darf es nicht allein bei einer Kritik der
undemokratischen Verhältnisse in der Türkei belassen. Bundeskanzlerin
Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas sind aufgefordert, jetzt
sowohl die Waffenlieferungen an die Türkei wie auch die üppigen Finanz-
und Kredithilfen zu stoppen. Zudem ist es höchste Zeit, den
EU-Beitrittsprozess von Erdogans Türkei zu beenden. Eine islamistische
Diktatur, in der nur noch Scheinwahlen stattfinden, kann kein
EU-Beitrittskandidat sein.“
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