20. Februar 2016

FINANZIERUNG VON ATOMWAFFEN AUF PLATZ EINS DER MEDIAL VERNACHLÄSSIGTEN THEMEN

 
Deutschlandfunk und die Initiative Nachrichtenaufklärung haben am Mittwoch
die Top 10 der Themen präsentiert, über die 2015 in den Medien nicht
ausreichend berichtet wurde. Die Finanzierung von Atomwaffen belegte dabei
den ersten Platz: Zwar investieren deutsche Finanzinstitute immer noch im
großen Stil in Konzerne, die in die Herstellung, Entwicklung und
Instandhaltung von Atomwaffen verwickelt sind. Trotzdem taucht dieses
Thema in den Nachrichten so gut wie gar nicht auf. Dies macht es den
betreffenden Akteuren umso leichter, weiterhin auf Kosten der Sicherheit
von Mensch und Umwelt Profite zu machen.

ICAN hat bereits 2013 den zweiten Teil der von der Organisation Pax Christi
durchgeführten Studie Don’t Bank on the Bomb  (Link:
http://www.dontbankonthebomb.com/wp-content/uploads/2015/11/2015_Report_web.pdf
)vorgestellt. Demnach haben zwischen 2010 und 2012 acht deutsche
Finanzinstitute insgesamt 7,6 Milliarden Euro in die Atomwaffenindustrie
gesteckt. Im vierten und neuesten Report von 2015 werden sogar zehn
deutsche Banken und Versicherungen genannt, die mittlerweile um die neun
Milliarden Euro investieren.  Mit ihren Millionenverträgen profitieren
die Unternehmen von der nuklearen Aufrüstung, die in den
Atomwaffenstaaten betrieben wird.

So investierten deutsche Institute etwa 25 Millionen US-Dollar in die Firma
Boeing, die unter anderem verantwortlich ist für die Herstellung von
amerikanischen Langstreckenraketen. Außerdem baut Boeing das Heckteil der
neuen B-61-12-Atombombe, die voraussichtlich ab 2020 in Deutschland
stationiert werden soll und damit die bereits gelagerten Bomben ersetzt.

Allianz, BayernLB, die Commerzbank und die Deutsche Bank finanzierten unter
anderem BAE Systems. Das Unternehmen ist an der Entwicklung eines
umstrittenen neuen Typs von Atom-U-Booten beteiligt, mit denen die
britische Marine ausgestattet werden soll. Für diesen Auftrag hat BAE
Systems einen Zuschlag von 17 Millionen von deutscher Seite bekommen.

Während seit dem ersten Teil der Studie in 2012 bereits 53 Finanzinstitute
weltweit Investitionen in die Produktion und Wartung von Atomwaffen
verboten oder zumindest reduziert haben, lässt dieser Trend in
Deutschland noch auf sich warten. Ein Umstand, der nicht zuletzt durch die
fehlende Berichterstattung begünstigt wird.

Mehr Informationen zur Studie:
http://atombombengeschaeft.de/2015/11/immer-mehr-finanzinstitute-lassen-die-bombe-fallen/
Die Studie "Don’t Bank on the Bomb" finden Sie unter
http://www.dontbankonthebomb.com/wp-content/uploads/2015/11/2015_Report_web.pdf

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