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Hamburg, 4. August 2019 – Die
globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN kritisiert das am
vergangenen Freitag von US-Präsident Donald Trump angekündigte
Handelsabkommen zwischen den USA und der EU, demzufolge die EU
Fleischproduzenten in den USA die Abnahme von jährlich zehntausenden
Tonnen hormonfreien Rindfleisches garantiert, als einen Schritt in die
völlig falsche Richtung. Denn es widerspricht nicht nur den
Klimaschutzzielen und schwächt die europäischen Bauern, die EU
unterstützt damit ein Tierqualprodukt, das die Würde von Tieren komplett
missachtet. Denn Rinder werden in den USA meist in sogenannten Feedlots
gemästet. Bei dieser Art von Mastbetrieb werden Rinder mittels
hochkonzentriertem Kraftfutter innerhalb von drei bis vier Monaten auf
ein Gewicht gemästet, für das die Tiere auf einer freien Weide etwa drei
Jahre brauchen würden. Sie erhalten
kein wiederkäuergerechtes Futter, sondern nur Maissilage und
Kraftfutter, haben keinerlei Schutz vor Sonne oder Regen, und Eingriffe
werden ohne Schmerzmittel und Narkotika durchgeführt.
VIER
PFOTEN fordert die EU dazu auf, keine Deals zu Tierqualprodukten mit
den USA oder anderen Ländern einzugehen, sondern stattdessen
Tierschutzstandards für Importprodukte einzuführen. Außerdem sollte die
EU die EU-Bauern finanziell fördern, die höhere Tierschutzstandards
erfüllen. „Deals
wie dieser zeigen einen völlig falschen Ansatz der Politik, Tiere wie
Ware zu behandeln. Tierqual darf nicht gefördert werden, weder innerhalb
der EU, noch bei Importprodukten", sagt Dr. Martina Stephany, Leiterin der Abteilung Nutztiere und Ernährung bei VIER PFOTEN.
Nutztiere
sind fühlende Wesen, die rechtlich geschützt und würdevoll behandelt
werden sollen. Die industrielle Tierhaltung bedeutet nicht nur Qualen
für die Tiere, sondern sie zerstört auch maßgeblich unseren Planeten.
Auch die Haltungsformen in den konventionellen Mastbetrieben der EU
haben Tierschutzprobleme, z.B. keinen Auslauf für die Tiere,
Vollspaltenboden, kein wiederkäuergerechtes Futter sowie Eingriffe ohne
Schmerzmittel und Narkotika. Daher fordert VIER PFOTEN von Politik und
Industrie ein grundlegendes Umdenken, in dem das Tier und seine
Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen, die Tierproduktion reduziert wird und
Alternativen zu Fleisch gefördert werden.
Schon
bei den derzeitigen Verhandlungen zum Mercusor-Handelsabkommen ist in
der Diskussion, billige Tierprodukte aus südamerikanischen Ländern in
die EU zu importieren, die keinen Tierschutzgesetzen folgen. Dies hat
bei europäischen Bauern für Empörung gesorgt.
Konsument*innen
empfiehlt VIER PFOTEN das 3R Prinzip: Reduce, Refine, Replace.
Reduzieren Sie tierische Lebensmittel, achten Sie beim Kauf tierischer
Lebensmittel auf die Herkunft und Tierschutzsiegel wie
Tierschutz-kontrolliert und ersetzen Sie Fleisch, Milch und Eier so oft
wie möglich durch pflanzliche Produkte. Jeder Mensch kann durch sein
Konsumverhalten mitbestimmen, wie Tiere in unserer Gesellschaft leben.
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