
IPCC-Bericht: Friedensnobelpreisträger-Organisation fordert Rücknahme des 100-Milliarden-Pakets
Anlässlich des heute veröffentlichten Bericht des Weltklimarats,
forderte die Ärzt*innenorganisation IPPNW die Bundesregierung auf, das
geplante 100-Milliarden-Paket für Aufrüstung auch im atomaren Bereich
zurück zu nehmen. Angesichts der Klimakrise könne man es sich nicht
leisten weiter in Aufrüstung zu investieren und die Rüstungsindustrie zu
befeuern, so die Friedensnobelpreisträger-Organisation.
„Der Ukraine-Krieg und die Klimakrise haben die gleichen Wurzeln: die
langfristig größten Sicherheitsrisiken und Konfliktpotentiale durch
fossile Energie ergeben sich aus der Verflechtung der Klimakrise mit
Rüstung und Militarisierung“, unterstreicht Dr. med. Angelika Claußen,
Vorsitzende der IPPNW. Das bestätigt auch der IPCC-Bericht.
Erstmals wurden heute die Ausgaben des Militärs im Bericht des
Weltklimarats aufgeführt. So seien allein im Jahr 2012 1.748 Billionen
US-Dollar für das Militär ausgegeben worden. Weiterhin hieß es: zur
Abmilderung der Klimakrise werden alle Ressourcen benötigt. Es müsse
radikal umgedacht werden, um das 1,5 Grad Limit noch erreichen zu können.
„Wir haben nur noch wenige Jahre um die Emissionen zu deckeln. Deshalb
benötigen wir eine radikale Transformation in allen Wirtschaftsbereichen
– auch in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik!“, so Claußen
weiter.
Angesichts der massiven Investitionen in das Militär und dem damit
verbundenen Ausstoß von CO2 durch Kriege und die Rüstungsindustrie, sei
ein Umdenken hin zu ziviler Konfliktbearbeitung dringend notwendig.
Gewaltfreie Lösungen von Konflikten verhinderten, dass Menschen unter den
Schrecken von Kriegen leiden müssten und reduzierten die Mittel die
notwendig sind, um Kriegsschäden zu reparieren. Die dafür notwendigen,
massiven öffentlichen und privaten Mittel könnten stattdessen auf
sozialen und gerechten Klimaschutz konzentriert werden.
Laut Bericht sei das 1,5-Grad-Ziel nicht allein durch die CO2-Bespreisung
zu schaffen. Die Reduktion der weltweiten Militärausgaben, gekoppelt mit
ziviler Konfliktbearbeitung und länderübergreifenden Verträgen zu
Rüstungskontrolle und atomarer Abrüstung würden immense Gelder für die
Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) freisetzen. Das würde
auch die atomare Bedrohung in Europa abmildern, meint Claußen.
"Wir müssen jetzt andere Prioritäten setzen und diese liegen eindeutig
nicht auf einem 100-Milliarden-Paket für die Bundeswehr!“, fordert die
IPPNW-Vorsitzende. „Auch die kriegsbedingten, jetzt anrollenden
Hungerkrisen in den Ländern des globalen Südens müssen gelöst werden.
Über 800 Millionen Menschen hungern. Laut dem Welternährungsprogramm der
UNO fehlen dieses Jahr 8 Milliarden Euro um die Nachfrage nach
Nahrungsmitteln zu decken. Ich frage mich: Was sind 8 Milliarden Euro
gegen 100 Milliarden Euro Aufrüstung? Lasst uns Prioritäten setzen und
den Fokus auf die Bekämpfung des Hungers und des Klimawandels legen statt
uns gegenseitig zu bekämpfen!“
Weitere Informationen zu Krieg und Klima:
https://ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Infoblatt_Militaer_und_Krieg.pdf
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen