Zwei
Millionen verbrauchte Plastikbecher nach acht Spieltagen – Borussia
Dortmund verursacht den größten Abfallberg – Deutsche Umwelthilfe
fordert Vereine und Städte dazu auf, Mehrwegbecher zu nutzen
Berlin, 5.10.2015:
Die Abfallberge in den Bundesligastadien wachsen immer weiter an. Das
zeigt die
aktuelle Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter den Vereinen der
ersten und zweiten Fußballbundesliga. Die Hälfte der Klubs verwendet
umweltschädliche Einwegbecher, um die Stadionbesucher mit Getränken zu
versorgen. Allein in den ersten acht Spieltagen
sind dadurch mehr als zwei Millionen vermeidbare Wegwerfbecher
verbraucht worden. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation fordert
Bundesligisten, Stadion-Caterer und Stadtverwaltungen dazu auf,
umweltfreundliche Mehrwegbecher zu nutzen.
„Negativer
Spitzenreiter in dieser Saison ist Borussia Dortmund. Der Verein setzt
seit August 2015 nicht mehr auf Mehrweg-, sondern auf Einwegbecher. Die
Westfalen sind gemeinsam
mit Bayern München die Zugpferde der Bundesliga und senden durch ihre
Wegwerfverpackungen ein falsches Signal an die Fans und andere Vereine.
Wegen der höchsten Zahl an Stadionbesuchern verursacht Dortmund den
größten Abfallberg der Liga und erhält dafür von
uns die rote Karte“, kritisiert der DUH-Bundesgeschäftsführer
Jürgen Resch.
Unter
allen Erst- und Zweitligisten schneidet der 1. FC Union Berlin am
besten ab, wenn es darum geht, Abfälle durch Einwegplastikbecher und
Cateringgeschirr zu vermeiden.
„Die Hälfte aller Bundesligisten setzt bereits auf Mehrweg. Hannover
96 ist hat sich diese Saison von Einweg-Bioplastikbechern verabschiedet
und ist zum Mehrwegsystem zurückgekehrt. Dies zeigt, dass Mehrwegbecher
problemlos einsetzbar und in vielerlei Hinsicht
vorteilhaft sind“, sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.
Wiederverwendbare
Becher sind der beste Weg, um Abfälle zu vermeiden sowie Energie und
CO2-Emissionen einzusparen. Schon nach dem fünften Gebrauch sind sie
umweltfreundlicher
als Einwegbecher. „Wir fordern alle Vereine auf, ihr Abfallkonzept
zu überprüfen und zu optimieren. Auch viele Vereine, die bereits
Mehrwegbecher einsetzen und damit die Umwelt schützen, haben beim
Catering noch Spielraum nach oben“, sagt Fischer.
Einwegbecher
und -geschirr aus dem Biokunststoff Polylactid (PLA), die als
kompostierbar und umweltfreundlich beworben werden, halten nicht was sie
versprechen. PLA-Produkte
belasten durch intensiven Düngemittel- und Pestizideinsatz sowie durch
einen hohen Energieverbrauch bei der Rohstoffherstellung die Umwelt.
Zudem sind sie problematisch bei der Kompostierung, weil Sie sich nur
sehr schlecht zersetzen und werden daher in der
Regel verbrannt.
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