Am Dienstag (24.2.) wurde das Quecksilber entdeckt und gemeldet. Bis zum Freitag (27.2.) spielte sich jeden Tag Folgendes ab: Beauftragte der Fa. Neptune erscheinen, komplett verhüllt in Schutzanzügen und Masken, und führen Reinigungsarbeiten aus. Wenn ihre Schicht vorbei ist, steht die Straße wieder den Anwohnern zur Verfügung - ohne Schutzanzüge und Masken.
Dieses Vorgehen kann nur als inkonsequent und sorglos bezeichnet werden. Quecksilber ist so gefährlich, dass sein Einsatz komplett verboten wurde. Es besteht die gesetzliche Pflicht, sämtliche noch existierenden Bestände durch chemische Verbindung mit Schwefel unschädlich zu machen und in speziell hierfür ausgelegten Deponien zu entsorgen. So steht es in der Quecksilberverordnung, die in allen EU-Staaten geltendes Recht ist.
Wir wissen bislang nicht, woher das in Cheine entdeckte Quecksilber stammt und wie es an seinen jetzigen Fundort geraten ist. Die bei den Reinigungsarbeiten zu konstatierende Sorglosigkeit erinnert aber unvermeidlich an die Sorglosigkeit, die das Unternehmen Neptune bei seiner Abfallgrube in Brüchau an den Tag legt. In dieser befinden sich hunderte Tonnen metallisches Quecksilber, und die Firma verweigert - leider mit Genehmigung des Landesbergamtes - die von der Quecksilberverordnung vorgeschriebene Behandlung. - Der BUND kämpft derzeit vor Gericht für die Umsetzung des geltenden Rechts.
Bei der altmärkischen Erdgasförderung gibt es ja leider so etwas wie eine bedauerliche Tradition der Sorglosigkeit im Umgang mit Quecksilber. Ehemalige Bergarbeiter berichten, dass sie zu DDR-Zeiten durch ganze Pfützen aus Quecksilber gestapft sind. Sie berichten auch, wie Viele von ihnen vorzeitig an Vergiftungen gestorben sind. Ob diese Sorglosigkeit auch heute noch nicht ganz ausgestorben ist?
Im altmärkischen Untergrund befinden sich nun mal sehr große Mengen Quecksilber. Falls die Firma Neptune in die Lithium-Förderung einsteigen sollte, kommt sie damit in intensive Berührung. Die Sorglosigkeit, die ihren Umgang mit diesem hoch giftigen Material bei der Grube Brüchau kennzeichnet und jetzt auch die von ihr organisierten Reinigungsarbeiten in Cheine, macht da kein gutes Gefühl.
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Lesrbrief:
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Zusätzlich möchte ich auf folgende 2 Punkte aufmerksam machen:
1.)
Am 28.02. zitierte die Altmarkzeitung einen Neptune-Mitarbeiter folgendermaßen:
„Die Messungen an der kontaminierten Stelle haben
keine Quecksilberkonzentration in der Luft festgestellt.“
Am 02.03. liest man in die Volksstimme:
"... Demnach habe ein hinzugezogener Mitarbeiter aus dem Bereich Umweltanalytik der Neptune Energy Deutschkand GmbH mit einem speziellen Messgerät Messungen des punktuellen Quecksilberanteils am Boden sowie in Höhe der Atemwege (Nasenhöhe) vorgenommen mit dem Ergebnis, dass erhöhte Konzentrationen an Quecksilber festgestellt worden sind."
Hier also das Gegenteil der ersten Aussage!
Wie man es von Neptune nicht anders erwarten kann, wurde dieses Ergebnis in seiner Bedeutung sogleich abgewertet: "Laut Presseteam würden diese Konzentrationen jedoch 'deutlich unterhalb des gesundheitsgefährdenden Schwellwertes liegen'".
Woher weiß Neptune das? Sind seine Mitarbeiter im Bereich Umweltanalytik zugleich Gesundheitsspezialisten? - Der Zahnarzt muss die ordnungsgemäße Entsorgung jeden Milligramms ausgebohrter Amalganfüllungen (sie enthalten Quecksilber) nachweisen. Neptune hält das dann wohl für übertrieben...
2.)
Zur Ursache der Kontamination berichtete die Volksstimme am 28.02. folgendermaßen: "Der Ursprung der Kontamination ist laut Neptune Energy bislang nicht bekannt. In dem betroffenen Bereich seien in den vergangenen Monaten keine Arbeiten durch das Unternehmen oder seine Dienstleister durchgeführt worden, noch sei die betreffende Straße von diesen genutzt worden. Auch befänden sich an der kontaminierten Stelle keine bergbauliche Anlagen."
Nun, sonderlich weit entfernt sind bergbauliche Anlagen vielleicht doch nicht. Denn wenn nur in den "vergangenen Monaten" dort keine Arbeiten ausgeführt wurden, impliziert das ja, dass vor diesen Monaten sehr wohl Arbeiten stattgefunden haben.
- Aber klar: Der Erdgasförderer hat kein Interesse daran, Havarien, die ihm in seinem Betrieb unterlaufen, bekannt zu machen. Vor einigen Jahren informierte Pressesprecher Brieske in einer kleinen Randnotiz, dass "bei Schweißarbeiten" etwas Boden durch Erdgas verunreinigt worden sei. Als Mitglieder der BI "Saubere Umwelt & Energie Altmark" mal nachschauten, entdeckten sie in einem Maisfeld bei Kakerbeck ein Loch von ca. 10 Metern Tiefe und einem Umfang, dass ein Omnibus hineingepasst hätte (siehe Anhang 4).
Wir konnten anschließend mit Hilfe von Zeugen herausarbeiten, dass nicht Schweißarbeiten die Ursache des riesigen Lochs waren, sondern dass ein unterirdisches Erdgasrohr mit hörbarem Knall geplatzt war. - Erstaunlich ist das nicht, denn die Gas-Infrastruktur ist uralt und entsprechend marode. Ob das nicht auch die Ursache der Kontamination in Cheine ist? Jedenfalls ist allen Beteiligten anzuraten, Aussagen Neptunes immer sehr genau zu überprüfen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christfried Lenz
1.)
Am 28.02. zitierte die Altmarkzeitung einen Neptune-Mitarbeiter folgendermaßen:
„Die Messungen an der kontaminierten Stelle haben
keine Quecksilberkonzentration in der Luft festgestellt.“
Am 02.03. liest man in die Volksstimme:
"... Demnach habe ein hinzugezogener Mitarbeiter aus dem Bereich Umweltanalytik der Neptune Energy Deutschkand GmbH mit einem speziellen Messgerät Messungen des punktuellen Quecksilberanteils am Boden sowie in Höhe der Atemwege (Nasenhöhe) vorgenommen mit dem Ergebnis, dass erhöhte Konzentrationen an Quecksilber festgestellt worden sind."
Hier also das Gegenteil der ersten Aussage!
Wie man es von Neptune nicht anders erwarten kann, wurde dieses Ergebnis in seiner Bedeutung sogleich abgewertet: "Laut Presseteam würden diese Konzentrationen jedoch 'deutlich unterhalb des gesundheitsgefährdenden Schwellwertes liegen'".
Woher weiß Neptune das? Sind seine Mitarbeiter im Bereich Umweltanalytik zugleich Gesundheitsspezialisten? - Der Zahnarzt muss die ordnungsgemäße Entsorgung jeden Milligramms ausgebohrter Amalganfüllungen (sie enthalten Quecksilber) nachweisen. Neptune hält das dann wohl für übertrieben...
2.)
Zur Ursache der Kontamination berichtete die Volksstimme am 28.02. folgendermaßen: "Der Ursprung der Kontamination ist laut Neptune Energy bislang nicht bekannt. In dem betroffenen Bereich seien in den vergangenen Monaten keine Arbeiten durch das Unternehmen oder seine Dienstleister durchgeführt worden, noch sei die betreffende Straße von diesen genutzt worden. Auch befänden sich an der kontaminierten Stelle keine bergbauliche Anlagen."
Nun, sonderlich weit entfernt sind bergbauliche Anlagen vielleicht doch nicht. Denn wenn nur in den "vergangenen Monaten" dort keine Arbeiten ausgeführt wurden, impliziert das ja, dass vor diesen Monaten sehr wohl Arbeiten stattgefunden haben.
- Aber klar: Der Erdgasförderer hat kein Interesse daran, Havarien, die ihm in seinem Betrieb unterlaufen, bekannt zu machen. Vor einigen Jahren informierte Pressesprecher Brieske in einer kleinen Randnotiz, dass "bei Schweißarbeiten" etwas Boden durch Erdgas verunreinigt worden sei. Als Mitglieder der BI "Saubere Umwelt & Energie Altmark" mal nachschauten, entdeckten sie in einem Maisfeld bei Kakerbeck ein Loch von ca. 10 Metern Tiefe und einem Umfang, dass ein Omnibus hineingepasst hätte (siehe Anhang 4).
Wir konnten anschließend mit Hilfe von Zeugen herausarbeiten, dass nicht Schweißarbeiten die Ursache des riesigen Lochs waren, sondern dass ein unterirdisches Erdgasrohr mit hörbarem Knall geplatzt war. - Erstaunlich ist das nicht, denn die Gas-Infrastruktur ist uralt und entsprechend marode. Ob das nicht auch die Ursache der Kontamination in Cheine ist? Jedenfalls ist allen Beteiligten anzuraten, Aussagen Neptunes immer sehr genau zu überprüfen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christfried Lenz

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