20. Januar 2022

Giftschlammgrube Brüchau: Betreiber Neptune Energy will Auskofferung um alles in der Welt verhindern

Wie die AltmarkZeitung am 08.01.2022 berichtete hat Neptune Energy gegen die Planung der Auskofferung der Giftschlammgrube Brüchau (genannt "Silbersee" wegen der darin enthaltenen hunderten Tonnen Quecksilber) erneut Klage eingereicht. Dies, obwohl das Unternehmen nach eigenem Bekunden begonnen hat, die vom Oberverwaltungsgericht Magdeburg letztinstanzlich angeordnete Planung der Auskofferung zu erarbeiten.


Um sich auf dieses seltsam anmutende Vorgehen einen Vers machen zu können, haben die "Besorgten Bürger aus Brüchau und Kakerbeck" und die BI "Saubere Umwelt & Energie Altmark" das Unternehmen um Mitteilung der genauen Klagebegründung gebeten. Antwort: Diese "steht noch aus und liegt erst in einigen Wochen vor."

Bereits heute ist zweifelsfrei festzustellen, dass dieses neueste Manöver allemal unter die Rubrik "Verschleppungstaktik" fällt, die das Geschehen um die Giftschlammgrube Brüchau seit Jahrzehnten kennzeichnet. Die AltmarkZeitung hatte bereits mitgeteilt, dass das Unternehmen den zur Fertigstellung des Abschlussbetriebsplanes gesetzten Termin 31. Juli 2022 als zu früh betrachtet. Doch wohl kaum geht es dem Unternehmen nur um ein paar Wochen Zeitgewinn. Realistischer dürfte man davon ausgehen, dass es immer noch versucht, die vom Landtag einstimmig beschlossene und vom OVG Magdeburg bestätigte Auskofferung um alles in der Welt zu verhindern. -  An dieser Stelle erinnert man sich an die Warnung, die der derzeitige Leiter der Landesanstalt für Abfallfreistellung (LAF) Stadelmann (von 1998 bis 2006 Leiter der Abteilung Umweltanalytik/Labor in der Vorgänger-Firma EEG/Gaz de France und dort u.a. zuständig für Probenahme und Analytik des "Silbersee") der Firma Neptune zugeleitet hatte: nämlich sich keinesfalls auf eine Auskofferung einzulassen, da diese "weitreichende Folgen" für das Unternehmen haben würde.

Welcher Art die "weitreichenden Folgen" wären, blieb unausgeführt. Sie dürften aber heftig sein, und man fragt sich auch, ob sie rein finanzieller Art wären? Denn mit der Verhinderung der Auskofferung würde Neptune seine eigene, seit langem stets wiederholte Versicherung: "Demnach kann eine Entscheidung über das anzuwendende Konzept und die umzusetzenden Maßnahmen zur Schließung der Obertagedeponie Brüchau nur in Übereinkunft mit dem Land Sachsen-Anhalt getroffen werden." (https://www.neptuneenergy.de/obertagedeponie-bruechau/  -  unter "Verantwortung") aufkündigen.

Bei der Sanierung der Giftschlammgrube Brüchau geht es um Grundwasser- und Umweltschutz und gleichzeitig um die Frage, wer eigentlich am längeren Hebel sitzt: die Politik oder das Erdgasunternehmen?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...