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Europäischer Umweltdachverband legt Analyse zu nationalen Luftreinhalteplänen der EU-Mitgliedstaaten vor
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Deutschland verstößt gegen Vorgaben zur Minderung insbesondere bei gesundheitsschädlichem Ammoniak
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DUH veröffentlicht Maßnahmen zur Minderung von Schadstoffen aus der Landwirtschaft
Berlin,
22.12.2020: Eine neue Analyse des europäischen Umweltdachverbands EEB
bestätigt die Forderung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nach einer
Verschärfung des nationalen Luftreinhalteprogramms
zur Minderung gesundheitsschädlicher Luftschadstoffe. Demnach muss
Deutschland insbesondere den Ammoniak-Ausstoß reduzieren. Die Analyse
liefert eine Übersicht über den Stand der Umsetzung der nationalen Pläne
in den 27 Mitgliedstaaten und Großbritannien.
Bereits im Sommer hatte die EU-Kommission die Mitgliedstaaten zu
strengeren Maßnahmen zur Reduzierung von Luftschadstoff-Emissionen
aufgefordert. Zur Durchsetzung eines wirksamen Luftreinhalteprogramms
für Deutschland hat die DUH im Mai 2020 eine Klage gegen
die Bundesregierung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg
eingereicht.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, betont: „Nachdem
bereits die EU-Kommission der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis
für ihr Luftreinhalteprogramm ausgestellt hat, bestätigt nun die nächste
Analyse
die mangelhafte Qualität des Programms. In Europa sterben jährlich etwa
400.000 Menschen vorzeitig aufgrund von Luftverschmutzung. Dabei sehen
wir in der Corona-Pandemie erneut, wie wichtig Saubere Luft ist, denn
Luftverschmutzung erhöht die Gefahr für schwere
Krankheitsverläufe im Fall einer Infektion mit dem Virus. Mit dem
Luftreinhalteprogramm beugt sich die Bundesregierung erneut großen
Industriekonzernen einschließlich der industriellen Landwirtschaft. Wir
brauchen wirksame Minderungsmaßnahmen und deren verbindliche,
gesetzliche Verankerung.“
Das deutsche Programm greift insbesondere beim Ausstoß von Ammoniak aus
der Landwirtschaft zu kurz. 95 Prozent der Ammoniak-Emissionen in
Deutschland stammen aus der Landwirtschaft, in den letzten 30 Jahren auf
gleichbleibend hohem Niveau. Seit 2010 verstößt
Deutschland mit dem massiven Ausstoß an Ammoniak gegen die europäischen
Vorgaben. Um ein weiteres Vertragsverletzungsverfahren der
EU-Kommission zu verhindern, muss die Bundesregierung festlegen, mit
welchen Maßnahmen, Kosten, Behörden und in welchem Zeitrahmen
sie diverse Luftschadstoffe mindern will. Bislang fehlen diese Angaben.
Welche Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen aus der Landwirtschaft
notwendig sind, hat die DUH in einem neuen Positionspapier
zusammengefasst. Nur konsequente ordnungsrechtliche und ökonomische
Instrumente wie die Bindung der Tierhaltung an die regional
vorhandene Fläche und eine Abgabe auf Stickstoffüberschüsse können nach
Ansicht der DUH das Problem eindämmen.
Hintergrund:
Die NEC-Richtlinie (eng.: National Emission Ceilings Directive)
verpflichtet die Mitgliedstaaten der EU den Gesamtausstoß von Ammoniak,
Stickoxiden, Feinstaub und Schwefeldioxid bis 2020 und 2030 zu mindern.
Die Richtlinie setzt für die Mitgliedstaaten unterschiedliche
Minderungsziele für die Luftschadstoffe fest. Wie diese erreicht
werden, müssen die Länder in nationalen Luftreinhalteplänen darlegen.
Eine wichtige Quelle für gesundheitsschädlichen Feinstaub ist Ammoniak,
das in Verbindung mit anderen Schadgasen zu sogenanntem sekundären
Feinstaub (PM 2,5) umgewandelt wird. Dieser macht in Europa nach Angaben
der EU-Kommission etwa 40-60 Prozent der gesamten
Menge an PM 2,5 sowohl in Städten als auch in ländlichen Gebieten aus.
Laut der obersten europäischen Umweltbehörde sterben in Deutschland
jährlich rund 60.000 Menschen vorzeitig an den Folgen der Luftbelastung
mit PM 2,5. Es entstammt zu einem überwiegenden
Anteil dem Mist und der Gülle der Massentierhaltung. Bislang sieht das
nationale Luftreinhalteprogramm der Bundesregierung nur wenige
technische Maßnahmen vor, deren Umsetzung weder durch einen gesetzlichen
noch einen zeitlichen Rahmen gesichert ist.
Im Projekt „Clean Air Farming“ (LIFE17 GIE/DE/610) kämpft die DUH
zusammen mit europäischen Partnern für die Implementierung geltenden
Rechts zur Minderung von Ammoniak und Methan aus der Landwirtschaft.
Weitere Informationen:
https://www.clean-air-farming.eu
Das Projekt wird vom LIFE-Programm der Europäischen Union gefördert.
Links:
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Zum Positionspapier der DUH:
https://www.duh.de/projekte/ammoniak/
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Zum EEB Report:
https://eeb.org/library/national-air-pollution-control-programmes-analysis-and-suggestions-for-the-way-forward/
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Zum Report der EU Kommission:
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?qid=1593765728744&uri=CELEX:52020DC0266
- Webseite rund um die Quellen der Luftverschmutzung: https://www.duh.de/themen/luftqualitaet/luftverschmutzung-quellen/

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