„Die Bundesregierung kann und will
den Endverbleib der gelieferten Maschinenpistolen, Scharfschützengewehre
und Panzerabwehrraketen aus deutscher Produktion nicht kontrollieren.
So landeten in der Vergangenheit deutsche Waffen, die an NATO-Mitglieder
wie die USA, Großbritannien oder die Türkei exportiert wurden, auch in
Kriegs- und Krisengebieten und bei islamistischen Terrorgruppen.
Notwendig ist ein generelles Exportverbot von Kleinwaffen“, erklärt
Sevim Dagdelen, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE und
Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, mit Blick auf die Antwort [PDF] der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (BT-Drucksache 19/643). Die Rüstungsexpertin der Fraktion DIE LINKE weiter:
„Der im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD formulierte
Exportstopp von Kleinwaffen in Drittstatten reicht nicht. Denn deutsche
Kleinwaffen werden bereits jetzt über NATO-Mitglieder in Drittstaaten
weiter exportiert. Die Bundesregierung muss verhindern, dass weiterhin
alle 14 Minuten ein Mensch in dieser Welt durch eine Kleinwaffe aus der
Produktion deutscher Rüstungsschmieden stirbt. Der frühere
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnet Kleinwaffen zu Recht als
‚Massenvernichtungswaffen des 21. Jahrhunderts‘. Wer wie die
Bundesregierung vorgibt, eine werteorientierte Außenpolitik zu führen,
muss den Export dieser Massenvernichtungswaffen zwingend unterbinden.
Es ist ein Hohn, wenn die Bundesregierung einen restriktiveren Umgang
bei Rüstungsexporten ankündigt und gleichzeitig das zweite Jahr in
Folge mehr Ausfuhren von Kleinwaffen genehmigt. Laut
Wirtschaftsministerium ist der Umfang der Exporte 2017 von 46,89 auf
47,81 Millionen Euro gestiegen, nachdem er 2015 noch 32,43 Millionen
Euro betragen hatte. Eine deutliche Steigerung von 2,55 auf 5,45
Millionen Euro machen Liefergenehmigungen an NATO-Staaten aus. Allein an
die USA, die in der Vergangenheit auch islamistische Terrorgruppen in
Syrien aufgerüstet haben, sind im vergangenen Jahr Kleinwaffenexporte im
Wert von 4,3 Millionen Euro genehmigt worden.“
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