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Hamburg, 5. Februar 2018
– Die Koalitionäre aus CDU, CSU und SPD haben sich auf ein gemeinsames
Regierungsprogramm für die nächsten vier Jahre geeinigt. Die
internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN kritisiert, dass der
Koalitionsvertrag im Bereich Tierschutz noch ernüchternder ausfällt, als
vier Jahre zuvor bei der letzten GroKo.
Kristin Karnbach, Politische Referentin von VIER PFOTEN:
„Keine der großen Missstände im Tierschutz werden von
den Koalitionären angesprochen! Weder in der Nutztierhaltung noch in
anderen Bereichen. Wir brauchen dringend Maßnahmen gegen den illegalen
Welpenhandel und eine Regulierung des Verkaufs von Tieren im Internet
und auf Tierbörsen. Es gibt noch immer kein Wildtierverbot in Zirkussen –
Deutschland ist hier absolutes Schlusslicht in Europa. Mit diesen wenig
ambitionierten Vorhaben zeigt die GroKo, welche geringe Rolle das Wohl
der Tiere in den nächsten vier Jahren spielen wird. Das ist schon jetzt
ein Armutszeugnis.“
Heftige Kritik an GroKo-Plänen für Nutztierhaltung
VIER PFOTEN kritisiert die GroKo-Pläne im Bereich der
Nutztierhaltung. Sauen dürfen weiterhin wochenlang in Kastenständen
eingesperrt werden, Ferkeln dürfen weiterhin routinemäßig die Schwänze
abgeschnitten werden.
Freiwilliges Tierwohllabel: keine Verbesserungen im Stall
Das von den Koalitionären vorgeschlagene freiwillige
Tierwohllabel wird dem Wunsch nach Transparenz nicht gerecht und wird
kaum zu Verbesserungen im Tierschutz führen. Deswegen fordert VIER
PFOTEN eine verpflichtende Haltungskennzeichnung für Fleisch, Milch
sowie für Produkte mit verarbeiteten Eiern, nach dem Vorbild der
Frischeier-Kennzeichnung (0-3). Diese verpflichtende
Haltungskennzeichnung bietet langfristig nicht nur eine flächendeckende
Verbesserung des Tierschutzes in der Nutztierhaltung und Transparenz für
Verbraucher, sondern schafft ebenfalls eine Planungssicherheit für
Landwirte.
Weitere Informationen: www.Haltung-zeigen.Berlin
Zum Online-Protest für eine gesetzliche Haltungskennzeichnung: https://help.four-paws.org/de-DE/haltung-zeigen-besser-entscheiden
Stall-TÜV: Alter Hut
Das als "Stall-TÜV" bezeichnete bundeseinheitliche
Prüf- und Zulassungsverfahren für serienmäßig hergestellte
Tierhaltungssysteme stand bereits im letzten GroKo-Koalitionsvertrag,
wurde aber nicht umgesetzt. Ein Stall-TÜV ist notwendig, um
tierschutzrelevante, serienmäßig hergestellte Stallhaltungssysteme und
-elemente gar nicht erst auf den Markt zu bringen. Eine Bewertung nach
Tierschutzkriterien würde nur positiv geprüfte Stallhaltungssysteme
zulassen.
Küken-Töten bleibt
Statt das längst überfällige Verbot des Tötens männlicher Küken auszusprechen,
setzt die Politik weiterhin auf eine freiwillige Vereinbarung mit der
Wirtschaft und wartet auf die Praxisreife der Geschlechts-Früherkennung
im Ei. Diese wird vermutlich erst 2019 marktreif sein. Richtiger wäre
laut VIER PFOTEN eine Förderung in Richtung Zweinutzungshuhn. Dies
würde einen Weg bereiten, der weg von der Hochleistungszucht mit ihren
vielfach tierschutzrelevanten Nachteilen für die Tiere hin zu einer
nachhaltigen Tierzucht führt. Viele Hochleistungsrassen leiden an
schmerzhaften Entzündungen der Lege-Organe. Die Zucht auf extrem hohe
Ei-Leistung macht die Tiere systematisch krank. Männliche Tiere dieser
Legelinien werden getötet, sie setzen zu wenig Fleisch an und eignen
sich daher nicht zur Mast, da Legeleistung und Fleischansatz negativ
korreliert sind. Zweinutzungshühner dagegen legen weniger Eier, bleiben
dadurch länger gesund und die männlichen Küken setzen besser Fleisch an
und könnten zur Mast genutzt werden.
Zum Online-Protest gegen das Küken-Töten:
https://help.four-paws.org/de-DE/stoppt-das-sinnlose-t%C3%B6ten-von-k%C3%BCken
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