13. Oktober 2026

Höhere Steuern: Frau erbt Millionen und will selbst mehr zahlen - SWR Aktuell

Höhere Steuern: Frau erbt Millionen und will selbst mehr zahlen - SWR Aktuell

Reiche Menschen sollten mehr Steuern zahlen. Dafür setzt sich Stefanie Bremer aus Stuttgart ein, obwohl sie selbst reich ist. Woher kommt das Engagement für mehr Gerechtigkeit?

Interview Millionenerbin Stefanie Bremer: Steuererhöhungen für Reiche | tagesschau.de

Interview Millionenerbin Stefanie Bremer: Steuererhöhungen für Reiche | tagesschau.de

Stefanie Bremer setzt sich mit dem Verein "taxmenow" dafür ein, dass Reiche mehr zur Kasse gebeten werden. Im SWR-Interview spricht die Millionenerbin über die Hintergründe.

Kunst als Verteidigung der Menschlichkeit | Monopol

Kunst als Verteidigung der Menschlichkeit | Monopol

US-Schriftsteller Dave Eggers ist für seinen aktuellen Roman "Contraposto" in die Kunstwelt eingetaucht. Im Monopol-Podcast "Kunst und Leben" plädiert er dafür, sich die Kreativität in Zeiten von KI nicht von Maschinen wegnehmen zu lassen

German Psycho | Monopol

German Psycho | Monopol

Felix Giesen beschäftigt sich obsessiv mit rechten Männlichkeitsfantasien. Seine disruptiven Bilder verbinden Pathos mit dem KI-Müll einer AfD-Broschüre. So machen sie die Zerstörungswut unserer Gesellschaft sichtbar 

12. Oktober 2026

Internationales Treffen von NGOs zur globalen Lithium-Förderung Wann positioniert sich die Politik in der Altmark?

 



Am 7. und 8. Oktober fand in der "Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt" in Wittenberg eine Fachveranstaltung zum Lithium-Abbau statt. Sie hatte den Titel: "Lithium als Schlüssel zur Energiewende: Segen für globale Gerechtigkeit?"

Ein internationales Kollegium mit Teilnehmenden aus Chile, Bolivien, Argentinien, Simbabwe, Kongo und Tschechien tauschte sich aus. Dabei wurde deutlich, dass von globaler Gerechtigkeit keine Rede sein kann: Die Gewinne des Lithium-Abbaues fließen in die Industrieländer oder zu inländischen Reichen-Cliquen. Für die Bevölkerung bleiben ein paar Jobs, hauptsächlich aber Nachteile durch Landverbrauch und Umweltschäden.

Aus Deutschland berichtete Jens Weber über die im Erzgebirge geplanten brutalen Umwelteingriffe zur Lithium-Förderung. Dr. Christfried Lenz und Anke Lüdecke von der Bürgerinitiative "Saubere Umwelt & Energie Altmark" stellten die zu erwartenden Auswirkungen in der Altmark vor.

Ein Vertreter der Firma Neptune Energy war angekündigt, erschien aber nicht.

Lüdecke und Lenz erinnerten in ihrer Präsentation an die Erfahrungen, die die Altmark mit der Firma Neptune gemacht hat: Erdgas wurde gefördert und verkauft. Die Gewinne flossen zur Förderfirma. Der Altmark und ihren Bewohnern blieben giftige Abfälle: über 1000 Bohrschlammgruben, die nicht entsorgt, sondern bloß mit Erde überschoben wurden und der "Hotspot", die Giftschlammgrube Brüchau. Deren Auskofferung verweigert die Firma Neptune verbissen. Hintergrund: Nachdem das Bergamt (LAGB) die Auskofferung angeordnet hatte, riet der ehemalige Bergbau-Mitarbeiter und heutige Chef der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF), Jürgen Stadelmann, der Firma dringend, Rechtsmittel gegen die Auskofferung einzulegen, da diese "mit weitreichenden Folgen für Ihr Unternehmen" verbunden sein würde. Worin die "weitreichenden Folgen" bestehen, führte er nicht aus. - Man kann nur mutmaßen: wäre es vielleicht ungünstig für die Firma, wenn durch die Auskofferung wirklich alles sichtbar wird, was sich in der Grube befindet?

Auch die Art, wie Neptune die Lithium-Absichten einführte, war alles andere als vertrauenerweckend. Von neuen Bohrungen wurde nicht gesprochen. Die Annahme lag daher nahe, dass einige der vielen hundert vorhandenen Bohrungen für die Lithium-Förderungen genutzt würden. MdL Dorothea Frederking (Grüne) war es, die aufklärte: 7 bis 8 neue Bohrungen seien in Planung. Damit kommt also der Bergbau zurück, von dem man bisher aufatmend meinte, dass er am Auslaufen ist. Mit ihm kommen
  • 55 m hohe Bohrtürme,
  • Platzbedarf von rund 1 Hektar pro Bohrung plus Zuwegung für schwere LKWs,
  • Arbeitszeit von rund 1 Jahr pro Bohrung, non stop gefüllt mit Diesellärm und Abgas an 24 Stunden pro Tag und 7 Tagen pro Woche,
  • Extremlärm beim Einrammen der Stahlrohre ins Bohrloch,
  • Wasserverbrauch von vielen tausend Kubikmetern im Jahr,
  • die Möglichkeit von Bodenhebungen und -senkungen und damit verbundenen Gebäudeschäden - um nur einige Beispiele der Auswirkungen zu nennen.

Um die von Neptune angestrebte Jahresproduktion von 25.000 Tonnen batteriefertiges Lithium zu erreichen, müssen nach Einschätzung des Landesbergamtes (LAGB)  pro Jahr 12 bis 16 Millionen Kubikmeter Lagerstättenwasser gefördert, behandelt (Lithiumentzug) und wieder verpresst werden. Pro Tag ergibt das weit über 40.000 Kubikmeter.

  • Welch gewaltiges Rohrsystem wird für derartige Mengen über wie lange Strecken vom Bohrloch bis zur Bearbeitungsstelle und zurück benötigt?
  • Wie werden sich die im Lagerstättenwasser enthaltenen hohen Anteile an Quecksilber, radioaktiven Stoffen, weiteren giftigen Metallen und stark korrosiven 30% Salzen auswirken?

Geschäftsführer Dr. Scheck versuchte anfangs das Lithium-Projekt auch klimabewussten Menschen schmackhaft zu machen, indem er die Möglichkeit aufzeigte, im Zuge der Lithium-Extraktion auch die Wärme des Lagerstättenwassers zu nutzen. In einem Interview mit den "Grafschafter Nachrichten" winkte er kürzlich aber ab: Die Wärmenutzung sei zu umständlich.  https://www.gn-online.de/grafschaft/heimisches-erdgas-warum-die-grafschaft-fuer-neptune-energy-so-wichtig-ist-622582.html

Nun, inzwischen hat sein Projekt Rückenwind bekommen: Es wurde von der EU in die Liste "Strategischer Projekte" aufgenommen. Dies bedeutet schnellere Genehmigungen und weitere Vorteile. Auf das Wohlwollen klima- und umweltbewusster Menschen ist er jetzt nicht mehr angewiesen. - Und was interessieren ihn die feierlichen Erklärungen in seinen "Leitprinzipien":  "Wir arbeiten bei allen Aktivitäten daran, unseren Einfluss auf die Umwelt möglichst gering zu halten." Oder: "Wir handeln verantwortungsbewusst und nach ethischen Grundsätzen." - Das macht sich gut auf der Website, zu mehr taugt es nicht.

Wo bleibt z.B. die Ethik in Cheine? Neptune bestreitet, mit dem dort auf der Straße liegenden Quecksilber irgend etwas zu tun zu haben, gibt aber auch nicht an, woher es - wenn nicht aus der Erdgasförderung - stammen könnte. Die erheblichen Sanierungskosten bleiben damit bei der Stadt Salzwedel  hängen - die nun, weiß Gott, nicht die Verursacherin ist. - Ist das "transparent" und "offener Dialog mit unseren Stakeholdern", was ebenfalls in Neptune's "Leitprinzipien" steht?


Hinsichtlich Batterietechnik ist Lithium ein Auslaufmodell. Die Natrium-Ionen-Technik hat elementare Vorteile:

  • Natrium steht an 6. Stelle der auf dem Planeten häufigsten Elemente, ist daher billig und umweltfreundlich zu gewinnen.
  • Die Natrium-Batterie kann in einem Temperaturbereich von -20 bis +60 Grad problemlos betrieben werden.
  • Die Natrium-Batterie ist wesentlich sicherer als Lithium hinsichtlich Brandgefahr.

Bei der Verminderung des einzigen Nachteils "geringere Energiedichte" ist in der Entwicklung gerade ein beachtlicher Sprung nach vorn gelungen.

„Batterie-Papst“ Prof. Dr. Maximilian Fichtner (Universität Ulm):

Batterien auf Basis von Natrium, Magnesium, Calcium, Aluminium und Chlorid-Ionen könnten Akkus mit dem begrenzt verfügbaren Rohstoff Lithium als Ladungsträger zukünftig ersetzen. - "Diese Post-Lithium-Batterien haben das Potenzial, mehr Energie zu speichern und sicherer zu sein. Sie bieten eine kostengünstigere, langfristige Option für Massenanwendungen wie stationäre und mobile elektrochemische Speicher". https://www.km.kit.edu/expertinnen-und-experten-des-kit_fichtner.php

Neptune muss sich beeilen, wenn es die starke Lithium-Nachfrage, die momentan noch besteht, nicht verpassen will.

Dann wird es gehen wie beim Erdgas: das Geschäft ist vorbei. Die Firma schaut sich nach anderen Märkten um und zieht weiter. Die angerichteten Schäden lässt sie in der Region zurück.

Übrigens: Im Gegensatz zu Niedersachsen, wo Gasförderer einen Förderzins ans Land abführen müssen, bekommt Neptune das altmärkische Gas geschenkt. - Soll das Schenken beim Lithium weitergehen?

Es dürfte an der Zeit sein, dass die für die Region verantwortlichen politischen Organe das Thema aufgreifen und sich positionieren.




               i.A. Christfried Lenz

Hamburg braucht mehr Grün und weniger versiegelte Fläche

Hamburg braucht mehr Grün und weniger versiegelte Fläche

BUND-Mitgliederversammlung beschließt Leitantrag zu Flächenschutz und Klimaanpassung und wählt neuen Landesvorstand

Wenn Hexen und Nymphen zum "Girl Boss Dinner" kommen | Monopol

Wenn Hexen und Nymphen zum "Girl Boss Dinner" kommen | Monopol

Die Bilder der Finnin Emma Ainala lassen das Erbe des Surrealismus auf Social-Media-Trends los. Dabei erschafft die Malerin übersteuerte Traumwelten, aus denen man sich nicht so schnell wieder befreien kann

(1753) Sex, Kunst und Tabu – Kleine Kulturgeschichte der Erotik | Doku HD Reupload | ARTE - YouTube

(1753) Sex, Kunst und Tabu – Kleine Kulturgeschichte der Erotik | Doku HD Reupload | ARTE - YouTube



(1753) Joseph Beuys - Jeder Mensch ist ein Künstler (Portrait) - YouTube

(1753) Joseph Beuys - Jeder Mensch ist ein Künstler (Portrait) - YouTube



Entzündungen natürlich lindern: Die besten Wirkstoffe

Entzündungen natürlich lindern: Die besten Wirkstoffe

Entzündungsprozesse spielen bei vielen chronischen Erkrankungen eine wichtige Rolle – ob bei Arteriosklerose, Arthrose, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Adipositas oder Rheuma. Oft wird die Entzündung medikamentös bekämpft. Wie könnte man die Entzündung auf natürlichem Wege reduzieren? Wir stellen die besten natürlichen Entzündungshemmer vor und erklären, wie Sie diese optimal nutzen können.

Gesund einkaufen: Gute Lebensmittel im Supermarkt

Gesund einkaufen: Gute Lebensmittel im Supermarkt

Wer gesund lebt und dazu noch vegan isst, wird im herkömmlichen Supermarkt im Grunde kaum noch fündig. Ein paar Lebensmittel aber gibt es, die man durchaus kaufen kann, die (im Vergleich zum Bioladen) bei guter Qualität relativ günstig sind und die gut zu einer gesunden Lebensweise passen. Wir stellen Ihnen unseren Einkaufskorb im Supermarkt vor.

11. Oktober 2026

Henry David Thoreau

 Man muss den Winter im Herzen getragen haben, um den Frühling wirklich zu fühlen.

Henry David Thoreau

Rechtswidrige Preise bei Amazon-Prime-Abos: Bundesgerichtshof kippt Preiserhöhung von Prime-Abos | Stiftung Warentest

Rechtswidrige Preise bei Amazon-Prime-Abos: Bundesgerichtshof kippt Preiserhöhung von Prime-Abos | Stiftung Warentest

Der Bundes­gerichts­hof hat Amazons Preis­erhöhungs­klausel für unzu­lässig erklärt. Prime-Kunden können sich bei einer Sammelklage anmelden und Geld zurück­fordern.

(1751) Der Aktivist am Klavier: Danger Dan und sein neues Album | rbb Kultur - YouTube

(1751) Der Aktivist am Klavier: Danger Dan und sein neues Album | rbb Kultur - YouTube



Greenpeace warnt: CO₂-Speicher unter der Nordsee reichen bei weitem nicht aus

Greenpeace warnt: CO₂-Speicher unter der Nordsee reichen bei weitem nicht aus

Neue Forschungsdaten zeigen, dass unter der deutschen Nordsee nur 0,5 bis 1,5 Milliarden Tonnen CO₂ nutzbar gespeichert werden können. Das Wirtschaftsministerium geht von einem Bedarf von bis zu 70 Millionen Tonnen pro Jahr aus.

10. Oktober 2026

"Grau ist die Farbe der vielen Nuancen" | Monopol

"Grau ist die Farbe der vielen Nuancen" | Monopol

Der schwedische Autor Aris Fioretos hat einen schillernden Essay über die gar nicht fade Farbe Grau geschrieben. Ein Gespräch über Vergänglichkeit, die künstlerischen Meister der Zwischentöne und den Bleistift als Metapher

9. Oktober 2026

▶︎ Murdúchann | Barbara Ellison | Unsounds Records

▶︎ Murdúchann | Barbara Ellison | Unsounds Records




In einem kürzlich geführten Interview mit Fifteen Questions erklärt die irische Komponistin Barbara Ellison : „Wenn man der Welt wirklich zuhört, bilden Klänge ständig Schichten, vermischen sich und trennen sich, Klangströme erscheinen und verschwinden, einer überdeckt den anderen und enthüllt ihn dann plötzlich. Ein windiger Hafen zum Beispiel kann eine außergewöhnliche Polyphonie aus aneinanderstoßenden Bootsmasten, Tauen, Wasser, Wind und fernen Stimmen bergen. Zuhören in diesem Sinne ist bereits eine Art kompositorischer Tätigkeit.“ Auf den ersten Blick hat die Musik auf ihrem neuen Album „ Murdúchann“ – mittelenglisch für Meerjungfrauen, Meermänner und Sirenen – wenig Ähnlichkeit mit diesen Klängen der Natur. Doch diese sorgfältig gestalteten Fantasien zeigen schnell, wie die Klangkünstlerin auf ihre eigene Weise mit Schichten umgeht und Werke mit einem poppigen Glanz aus knapp geschnittenen Gesangssamples konstruiert, oft einsilbigen Äußerungen, die so stark gekürzt wurden, dass jede Verständlichkeit verloren geht. Im Abspann wird nur eine einzige Quelle für Ellisons radikale Transformationen und Kompositionen genannt – Samples aus einem Remix eines Stücks des irischen A-cappella-Quartetts Landless –, doch fast alles scheint von der menschlichen Stimme als Rohmaterial auszugehen, digital bearbeitet und zu Kompositionen transformiert, die einen ständigen Wandel offenbaren. Es ist eines der beeindruckendsten Dinge, die ich dieses Jahr gehört habe.

▶︎ EXAUDI: Pocket Universe | NMC Recordings

▶︎ EXAUDI: Pocket Universe | NMC Recordings


Der vielseitige und experimentierfreudige britische Chor für zeitgenössische Musik Exaudi präsentiert jährlich die Reihe „ Exposure“ , die sich auf neues Repertoire junger Komponisten konzentriert. „Pocket Universe“ ist die neueste Veröffentlichung mit Werken, die aus den Auftragswerken des Projekts hervorgegangen sind. Die Sammlung beginnt mit Cassandra Millers beeindruckendem „Guide“, dem einzigen der vier Stücke, das bereits mehrfach aufgeführt wurde. Miller wollte eine Komposition schaffen, die das Gefühl der Freiheit beim Singen feiert, und ließ sich dabei wie üblich von einem früheren Werk inspirieren: Maria Muldaurs Aufnahme von „ Guide Me, O Thou Great Jehovah “ aus dem Jahr 1968. Die Komponistin bat die Sänger, Muldaurs Aufnahme auswendig zu lernen und sie als strukturelle „Anleitung“ zu nutzen, während sie ihrer „quasi-neumatischen Partitur mit weiteren Anweisungen wie Anfangston, Tempo und Wiederholungen“ folgten. Das wortlose Meisterwerk ist zugleich entrückt, gefühlvoll und wunderschön – eine typische „Miller“-Komposition, die vertraut und doch einzigartig wirkt. Andrew Hamiltons „Proklamation der Republik“ verwendet den titelgebenden Text der irischen Unabhängigkeitserklärung; die wechselnden Tempowechsel und kontrapunktischen Verdichtungen vermitteln das Chaos der ersten Lesung durch den Aktivisten Patrick Pearse im Jahr 1916. Leo Chadburns charmantes „Affix Stamp Here“ ist ein Katalog elliptischer und skurriler Botschaften alter Postkarten. Der Komponist intoniert den Standort jedes Objekts, bevor ein Chormitglied über wechselnden elektronischen Klängen vielschichtige Melodien artikuliert. Geoff Hannans Titelstück verwandelt Briefe zwischen Galileo Galilei und Sir Isaac Newton in modulares Material, ähnlich Legosteinen oder IKEA-Möbeln, und konzentriert sich dabei mehr auf den Klang der italienischen Sprache als auf ihre Bedeutung. Exaudi vereint diese vier unterschiedlichen Kompositionsstimmen gekonnt und unterstreicht die Visionen der Komponisten, während es gleichzeitig seine eigene Strenge und seinen Sinn für Humor unter Beweis stellt.


▶︎ Realms | Meredith Monk, Phaedra Ensemble | Phaedra Ensemble

▶︎ Realms | Meredith Monk, Phaedra Ensemble | Phaedra Ensemble


Die Stimme ist in der Musik von Meredith Monk – insbesondere in ihrer eigenen – untrennbar mit ihr verbunden . Ihre fantasievollen, instinktiven und fantasievollen Werke kreisen seit jeher um die menschliche Stimme. Mit ihrem Album „Piano Songs“ aus dem Jahr 2014 schlug sie einen anderen Weg ein, doch mit „Realms“ , einer beeindruckenden Zusammenarbeit mit dem vielseitigen und fantasievollen englischen Phaedra Ensemble, hat sie einen größeren Schritt in Richtung Instrumentalmusik gewagt. Das Album vereint drei bedeutende Werke, die ursprünglich vom Kronos Quartet , dem Ensemble ACJW und dem San Francisco Symphony in Auftrag gegeben wurden (bisher jedoch unveröffentlicht). In einem Gespräch mit dem künstlerischen Leiter des Phaedra Ensembles, Phillip Granell, im Booklet des Albums erklärt sie, dass sie für ihre frühen Werke noch die Stimme zum Komponieren nutzte, sich aber mit der Zeit immer mehr der Instrumentalmusik zuwandte. Die Sammlung beginnt mit dem Streichquartett „Stringsongs“, einem viersätzigen Juwel von schwer fassbarer Schönheit, das ebenso viele unterschiedliche Klangwelten erschafft, die sich in Dichte und Ausdruckskraft unterscheiden. „Backlight“ ist ein schillerndes Kammerstück, dominiert von leuchtenden Holzbläsern, ein nahtloser Tanz von Flöte, Fagott, Oboe und Klarinette über einem stimmungsvollen Arrangement für Klavier, Cello und Bratsche. Es beschwört eine nächtliche Atmosphäre herauf, die einem klassischen Film noir zusätzliche Ambivalenz verleiht und melancholische Melodien mit dichter Atmosphäre verbindet, alles in einem gemessenen Tempo. Im Titelstück erklingen mehrere Stimmen, die Monk jedoch als orchestrale Präsenz arrangiert, die eigentümlichen Formen und Gesten ihrer Stimme erweitert und sie überzeugend in einen größeren Rahmen einbettet. Es erkundet eine kraftvolle neue musikalische Welt für Monk.


▶︎ BLK+LND / K&L for KL (Limited Edition 275 copies) | Phill Niblock | Sub Rosa Label

▶︎ BLK+LND / K&L for KL (Limited Edition 275 copies) | Phill Niblock | Sub Rosa Label


Dieses Album vereint die beiden letzten Werke des großen New Yorker Minimalisten Phill Niblock , der nur wenige Tage nach seinem Wunsch verstarb, die Stücke gemeinsam – sowohl live als auch auf dieser posthumen Aufnahme – zu präsentieren. BLK+LND  entstand mit dem Kontrabassisten Robert Black, der im Sommer 2023, nur wenige Monate vor der Fertigstellung des Werkes in Niblocks Studio, verstarb, und dem Bassklarinettisten Neil Leonard . Die B-Seite präsentiert das Bassklarinetten-Duo Lucio Capece und Katie Porter. Unabhängig von ihrer Bedeutung in Niblocks Schaffen zeichnen sich beide Werke durch eine eindringliche Tiefe aus. Die Instrumente werden durch elektronische Klänge ergänzt, die das faszinierende harmonische Zusammenspiel und die in jeder Komposition angelegten psychoakustischen Phänomene zum Vorschein bringen. Oberflächlich betrachtet schweben und treiben schwere Drones, doch dringt der Hörer tiefer in die Musik ein, offenbart sich die Art und Weise, wie sich die Linien verflechten, trennen und subtil vom anhaltenden Lärm abweichen. Black greift in die höchsten Lagen seines Instruments und entfesselt schillernde Spitzentöne, die den Intervallraum unter dem monolithischen Klangkörper hervorheben. Die körnige Nasalität der Bassklarinetten in „K&L for KL“ erzeugt zunächst ein weicheres, weniger dichtes Timbre, doch sobald Niblock seine elektronische Bearbeitung einsetzt, wird der Gesamtklang ebenso dunkel und wuchtig wie zuvor, behält aber seinen einzigartigen Charakter. Tatsächlich umgibt ihn eine eigentümliche Zartheit, die einen passenden Abschluss für das bemerkenswerte, intensiv physische Werk des Komponisten bildet.


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...