13. Oktober 2026
Höhere Steuern: Frau erbt Millionen und will selbst mehr zahlen - SWR Aktuell
Interview Millionenerbin Stefanie Bremer: Steuererhöhungen für Reiche | tagesschau.de
Kunst als Verteidigung der Menschlichkeit | Monopol
German Psycho | Monopol
12. Oktober 2026
Internationales Treffen von NGOs zur globalen Lithium-Förderung Wann positioniert sich die Politik in der Altmark?

Ein internationales Kollegium mit Teilnehmenden aus Chile, Bolivien, Argentinien, Simbabwe, Kongo und Tschechien tauschte sich aus. Dabei wurde deutlich, dass von globaler Gerechtigkeit keine Rede sein kann: Die Gewinne des Lithium-Abbaues fließen in die Industrieländer oder zu inländischen Reichen-Cliquen. Für die Bevölkerung bleiben ein paar Jobs, hauptsächlich aber Nachteile durch Landverbrauch und Umweltschäden.
Aus Deutschland berichtete Jens Weber über die im Erzgebirge geplanten brutalen Umwelteingriffe zur Lithium-Förderung. Dr. Christfried Lenz und Anke Lüdecke von der Bürgerinitiative "Saubere Umwelt & Energie Altmark" stellten die zu erwartenden Auswirkungen in der Altmark vor.
Ein Vertreter der Firma Neptune Energy war angekündigt, erschien aber nicht.
Lüdecke und Lenz erinnerten in ihrer Präsentation an die Erfahrungen, die die Altmark mit der Firma Neptune gemacht hat: Erdgas wurde gefördert und verkauft. Die Gewinne flossen zur Förderfirma. Der Altmark und ihren Bewohnern blieben giftige Abfälle: über 1000 Bohrschlammgruben, die nicht entsorgt, sondern bloß mit Erde überschoben wurden und der "Hotspot", die Giftschlammgrube Brüchau. Deren Auskofferung verweigert die Firma Neptune verbissen. Hintergrund: Nachdem das Bergamt (LAGB) die Auskofferung angeordnet hatte, riet der ehemalige Bergbau-Mitarbeiter und heutige Chef der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF), Jürgen Stadelmann, der Firma dringend, Rechtsmittel gegen die Auskofferung einzulegen, da diese "mit weitreichenden Folgen für Ihr Unternehmen" verbunden sein würde. Worin die "weitreichenden Folgen" bestehen, führte er nicht aus. - Man kann nur mutmaßen: wäre es vielleicht ungünstig für die Firma, wenn durch die Auskofferung wirklich alles sichtbar wird, was sich in der Grube befindet?
Auch die Art, wie Neptune die Lithium-Absichten einführte, war alles andere als vertrauenerweckend. Von neuen Bohrungen wurde nicht gesprochen. Die Annahme lag daher nahe, dass einige der vielen hundert vorhandenen Bohrungen für die Lithium-Förderungen genutzt würden. MdL Dorothea Frederking (Grüne) war es, die aufklärte: 7 bis 8 neue Bohrungen seien in Planung. Damit kommt also der Bergbau zurück, von dem man bisher aufatmend meinte, dass er am Auslaufen ist. Mit ihm kommen
- 55 m hohe Bohrtürme,
- Platzbedarf von rund 1 Hektar pro Bohrung plus Zuwegung für schwere LKWs,
- Arbeitszeit von rund 1 Jahr pro Bohrung, non stop gefüllt mit Diesellärm und Abgas an 24 Stunden pro Tag und 7 Tagen pro Woche,
- Extremlärm beim Einrammen der Stahlrohre ins
Bohrloch,
- Wasserverbrauch von vielen tausend Kubikmetern im Jahr,
- die Möglichkeit von Bodenhebungen und
-senkungen und damit verbundenen Gebäudeschäden - um nur
einige Beispiele der Auswirkungen zu nennen.
Um die von Neptune angestrebte Jahresproduktion
von 25.000 Tonnen batteriefertiges Lithium zu erreichen,
müssen nach Einschätzung des Landesbergamtes (LAGB) pro Jahr
12 bis 16 Millionen Kubikmeter Lagerstättenwasser gefördert,
behandelt (Lithiumentzug) und wieder verpresst werden. Pro Tag
ergibt das weit über 40.000 Kubikmeter.
- Welch gewaltiges Rohrsystem wird für
derartige Mengen über wie lange Strecken vom Bohrloch bis
zur Bearbeitungsstelle und zurück benötigt?
- Wie werden sich die im Lagerstättenwasser
enthaltenen hohen Anteile an Quecksilber, radioaktiven
Stoffen, weiteren giftigen Metallen und stark korrosiven 30%
Salzen auswirken?
Geschäftsführer Dr. Scheck versuchte anfangs das Lithium-Projekt auch klimabewussten Menschen schmackhaft zu machen, indem er die Möglichkeit aufzeigte, im Zuge der Lithium-Extraktion auch die Wärme des Lagerstättenwassers zu nutzen. In einem Interview mit den "Grafschafter Nachrichten" winkte er kürzlich aber ab: Die Wärmenutzung sei zu umständlich. https://www.gn-online.de/grafschaft/heimisches-erdgas-warum-die-grafschaft-fuer-neptune-energy-so-wichtig-ist-622582.html
Nun, inzwischen hat sein Projekt Rückenwind
bekommen: Es wurde von der EU in die Liste "Strategischer
Projekte" aufgenommen. Dies bedeutet schnellere Genehmigungen
und weitere Vorteile. Auf das Wohlwollen klima- und
umweltbewusster Menschen ist er jetzt nicht mehr angewiesen. -
Und was interessieren ihn die feierlichen Erklärungen in
seinen "Leitprinzipien": "Wir arbeiten bei allen Aktivitäten
daran, unseren Einfluss auf die Umwelt möglichst gering zu
halten." Oder: "Wir handeln verantwortungsbewusst und nach
ethischen Grundsätzen." - Das macht sich gut auf der Website,
zu mehr taugt es nicht.
Wo bleibt z.B. die Ethik in Cheine? Neptune bestreitet, mit dem dort auf der Straße liegenden Quecksilber irgend etwas zu tun zu haben, gibt aber auch nicht an, woher es - wenn nicht aus der Erdgasförderung - stammen könnte. Die erheblichen Sanierungskosten bleiben damit bei der Stadt Salzwedel hängen - die nun, weiß Gott, nicht die Verursacherin ist. - Ist das "transparent" und "offener Dialog mit unseren Stakeholdern", was ebenfalls in Neptune's "Leitprinzipien" steht?
Hinsichtlich Batterietechnik ist Lithium ein Auslaufmodell. Die Natrium-Ionen-Technik hat elementare Vorteile:
- Natrium steht an 6. Stelle der auf dem
Planeten häufigsten Elemente, ist daher billig und
umweltfreundlich zu gewinnen.
- Die Natrium-Batterie kann in einem Temperaturbereich von -20 bis +60 Grad problemlos betrieben werden.
- Die Natrium-Batterie ist wesentlich sicherer
als Lithium hinsichtlich Brandgefahr.
Bei der Verminderung des einzigen Nachteils
"geringere Energiedichte" ist in der Entwicklung gerade ein
beachtlicher Sprung nach vorn gelungen.
„Batterie-Papst“ Prof. Dr. Maximilian Fichtner (Universität Ulm):
Batterien auf Basis von Natrium, Magnesium, Calcium, Aluminium und Chlorid-Ionen könnten Akkus mit dem begrenzt verfügbaren Rohstoff Lithium als Ladungsträger zukünftig ersetzen. - "Diese Post-Lithium-Batterien haben das Potenzial, mehr Energie zu speichern und sicherer zu sein. Sie bieten eine kostengünstigere, langfristige Option für Massenanwendungen wie stationäre und mobile elektrochemische Speicher". https://www.km.kit.edu/expertinnen-und-experten-des-kit_fichtner.php
Neptune muss sich beeilen, wenn es die starke
Lithium-Nachfrage, die momentan noch besteht, nicht verpassen
will.
Dann wird es gehen wie beim Erdgas: das
Geschäft ist vorbei. Die Firma schaut sich nach anderen
Märkten um und zieht weiter. Die angerichteten Schäden lässt
sie in der Region zurück.
Übrigens: Im Gegensatz zu Niedersachsen, wo
Gasförderer einen Förderzins ans Land abführen müssen, bekommt
Neptune das altmärkische Gas geschenkt. - Soll das Schenken
beim Lithium weitergehen?
Es dürfte an der Zeit sein, dass die für die Region verantwortlichen politischen Organe das Thema aufgreifen und sich positionieren.

i.A. Christfried Lenz
Hamburg braucht mehr Grün und weniger versiegelte Fläche
Wenn Hexen und Nymphen zum "Girl Boss Dinner" kommen | Monopol
Entzündungen natürlich lindern: Die besten Wirkstoffe
Gesund einkaufen: Gute Lebensmittel im Supermarkt
11. Oktober 2026
Henry David Thoreau
Man muss den Winter im Herzen getragen haben, um den Frühling wirklich zu fühlen.
Henry David Thoreau



