„Das Schließen der sozialen Schere
zwischen Ost und West muss Chefsache werden. Wenn wir fast dreißig Jahre
nach dem Mauerfall eine wirkliche deutsche Einheit wollen, brauchen wir
ein Ost-Ministerium. Der Versuch von Union und SPD, das maßgeblich von
ihnen mitverursachte Problem der Ungleichheit totzuschweigen und sich
damit auf billigste Art aus der Affäre zu ziehen, zeigt wie wichtig es
ist, dass der Osten eine Stimme in der Bundesregierung bekommt“, erklärt
Jan Korte, 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE,
mit Blick auf das Fehlen eines Planes für Ostdeutschland im
Koalitionsvertrag. Jan Korte weiter:
„DIE LINKE würde es als erste begrüßen, wenn man den Osten endlich
genauso behandeln könnte wie den Rest der Republik. Aber wer das heute
tut, verschweigt ein ganzes Kapitel gescheiterter Vereinigungspolitik
und verschließt die Augen vor der Realität, in der – als ein Beispiel
von vielen – im Osten rund 20 Prozent weniger Lohn gezahlt wird.
Blühende Landschaften erwartet niemand mehr im Osten, dafür aber Respekt
für die Lebensleistung der Menschen und Anerkennung der sozialen und
kulturellen Eigenständigkeiten.
Die nächste Regierungskoalition muss sich zu den Fehlern der
Vergangenheit bekennen und ein klares Programm für Ostdeutschland
entwickeln. Gleichwertige Lebensverhältnisse in irgendwelche
Kommissionen wegzudelegieren ist eine politische Kapitulation vor den
Herausforderungen der deutschen Einheit. Wir fordern schon lange einen
Ausschuss des Bundestages für gleichwertige Lebensverhältnisse, der sich
insbesondere mit der Ost-West-Angleichung beschäftigt und anstelle von
theoretischen Handlungsempfehlungen konkrete Beschlussvorlagen für den
Bundestag entwickeln kann.“
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