„Die Klage der Netzbetreiber ist
hausgemacht. Die Bundesnetzagentur ist immer großzügig zu großen
Übertragungsnetzbetreibern und schaut bei Verteilnetzbetreibern auf
jeden Cent“, erklärt Ralph Lenkert, Umweltexperte der Fraktion DIE LINKE
und Mitglied im Beirat der Bundesnetzagentur, zu Klagen von
Netzbetreibern gegen die Absenkung von garantierten Eigenkapitalrenditen
durch die Bundesnetzagentur. Lenkert weiter:
„Wegen fehlgeleiteter Anreizregulierung durch die Bundesnetzagentur
fehlen vielen Stadtwerken die Investitionsmittel für zukunftsfähige
Netze. Dass diese nun gegen verminderte Rendite klagen, ist
nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist es bei den großen
Übertragungsnetzbetreibern, deren Investitionen risikolos sind und deren
Profite in Millionenhöhe in ausländische Fonds fließen. Dabei dürfen
sie ihren Investitionsbedarf über die Netzausbauplanung quasi sogar
selbst bestimmen. Es muss endlich Transparenz in die Entscheidungen der
Bundesnetzagentur und in die Datengrundlagen der Netzbetreiber.
Deutschland liegt hier in der Europäischen Union an vorletzter Stelle.
Die ganze Debatte macht eines deutlich: Es ist absurd, die
öffentliche Daseinsvorsorge Privatunternehmen zu überlassen. Die
Stromnetze sind ein natürliches Monopol, es gibt hier keine Konkurrenz.
Stromnetze, Schienen und Straßen gehören in öffentliche Hand und sollen
keinen Profit abwerfen. Viele Verteilnetze sind in der Hand kommunaler
Unternehmen. Deren Einnahmen gehen in die Kommunalkassen und finanzieren
Schulen, Schwimmbäder und ähnliches. Das sollte auf anderen Netzebenen
auch möglich sein.“
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