Die
UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung, Hilal Elver, hat
beim UN-Rat für Menschenrechte einen Bericht zu den Risiken von
Pestiziden für die Welternährung vorgelegt. Dazu erklären Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik und Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:
Die
globale Chemieindustrie hegt den Mythos, Pestizide seien notwendig, um
eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Es ist gut, dass
UN-Sonderberichterstatterin Hilal Elver dieser Legende entschieden
widerspricht. Das Gegenteil ist der Fall: wir müssen aufhören, die Äcker
der Welt immer mehr zu vergiften und damit langfristig unsere
Lebensgrundlagen zu zerstören. Pestizide sind Teil des Problems und
nicht etwa der Lösung. Das bestätigt der neue UN-Bericht in aller
Deutlichkeit.
Die
klaren Worte der UN-Berichterstatterin müssen endlich auch die
Bundesregierung und Agrarminister Schmidt aufwecken. Sie weigern sich
bislang konsequent, die überdeutlichen Hinweise wahrzunehmen. Der
UN-Bericht empfiehlt ausdrücklich ökologische Formen der Landwirtschaft
als Lösung für die Welternährung. Diese müssen weltweit viel stärker
gefördert werden, ob in der Entwicklungszusammenarbeit oder anderen
Politikfeldern. Ökologische Landwirtschaft schafft Perspektiven für die
Menschen, ohne die eigene Lebensgrundlage zu zerstören. Positive
Beispiele dafür gibt es viele. Entwicklungsminister Gerd Müller bleibt
dagegen wenig ambitioniert.
Zu
oft gehen rücksichtlose Profitinteressen der Chemiekonzerne vor
vernünftiger und nachhaltiger Politik für Menschen und Umwelt. Wir
brauchen einen Pestizid-Reduktionsplan mit verbindlichen Zielen und
konkreten Vorgaben. Dass es mit immer mehr Gift auf den Äckern nicht
weitergeht, haben inzwischen selbst Akteure der konventionellen
Agrarwirtschaft wie die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft erkannt –
nur Minister Schmidt macht nicht mit und bleibt untätig.
Die
Bundesregierung muss dafür sorgen, dass EU-Agrarförderung künftig nach
Umweltleistungen statt nach schierer Betriebsgröße bemessen wird.
Öffentliches Geld darf es nur für öffentliche Leistungen geben. Darüber
hinaus muss Minister Schmidt den Ökolandbau viel entschlossener fördern
als er es in seiner unambitionierten „Zukunftsstrategie“ angekündigt
hat.
Hintergrund:
Hier der “Report of the Special Rapporteur on the right to food”: https://documents-dds-ny.un.org/doc/UNDOC/GEN/G17/017/85/PDF/G1701785.pdf?OpenElement
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
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