„Die in einigen Punkten durchaus
positive wirtschaftliche Entwicklung verbirgt bei genauerem Hinsehen
größere Verwerfungen. Nach wie vor ist der Exportüberschuss viel zu hoch
und überschreitet mit 7,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts deutlich
die von der EU-Kommission gesetzte Grenze von sechs Prozent– und das
schon seit Jahren. Damit verstärkt Deutschland die Verschuldung der
Importüberschussländer, riskiert die Notwendigkeit weiterer
Rettungsschirme und gefährdet letztendlich den Zusammenhalt Europas“,
warnt Klaus Ernst, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE
LINKE, mit Blick auf die Herbstprojektion der Bundesregierung. Ernst
weiter:
„Wir brauchen endlich mehr der dringend benötigten öffentlichen
Investitionen. Außerdem muss die gute wirtschaftliche Lage zu deutlich
höheren Löhnen führen, besonders bei den 40 Prozent der Beschäftigten,
die seit 1999 Reallohneinbußen hinnehmen mussten. Das erfordert nicht
zuletzt eine Erhöhung des Mindestlohns sowie ein Verbot des Missbrauchs
von Leiharbeit und sachgrundlosen Befristungen. Das Wachstum sollte
außerdem auch denjenigen zugutekommen, die die Voraussetzungen dafür
geschaffen haben, also den heutigen Rentnerinnen und Rentnern. Wir
brauchen rasch eine Rentenreform, die dafür sorgt, dass die gesetzliche
Rente den Lebensstandard wieder sichern kann. All das würde die
Nachfrage in Deutschland weiter ankurbeln und so zu mehr Importen und
damit auch einer besseren Balance zwischen Importen und Exporten
führen.“
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