Das Bundeskabinett hat den
diesjährigen Bericht zum Stand der Deutschen Einheit gebilligt. Dazu
erklärt Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE:
„Das jährlich wiederkehrende Betroffenheitsgeschwafel begleitet auch
dieses Jahr die neuesten Zahlen zum Aufbau Ost. Die ostdeutsche
Wirtschaft holt immer noch nicht auf. Auf den Deutschlandkarten mit den
wichtigsten Strukturdaten zeichnet sich auch heute deutlich die DDR ab.
Die Ursachen sind seit Jahren bekannt und stehen wörtlich schon in den
Vorjahresberichten: Keine Unternehmenszentralen, keine Forschungs- und
Entwicklungsabteilungen, deutlich niedrigere Löhne als im Westen. Mich
stört die Gleichgültigkeit von Angela Merkel. Wichtige
Ost-Förderprogramme werden aufgeweicht, die Renteneinheit soll erst in
sieben Jahren kommen und der Solidarpakt ersatzlos auslaufen. Unter
Kanzlerin Merkel ist Ostdeutschland zu einer bedauernswert rückständigen
Region geworden.
DIE LINKE hat den Osten nicht aufgegeben. Die bisher unvollendete
Deutsche Einheit ist historisch zu bedeutend, um sie als abgehakt zu
betrachten. Ich fordere ein eigenständiges Ministerium für Infrastruktur
und die neuen Länder und einen Solidarpakt III für strukturschwache
Regionen in Ost und West. Gleichwertige Lebensverhältnisse müssen wieder
Chefsache werden.“
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