Zu
Meldungen über einen Kursschwenk Schäubles in Bezug auf die Beteiligung
des IWF am dritten Kreditprogramm für Griechenland erklären
Sven-Christian Kindler, Sprecher für Haushaltspolitik, und Manuel Sarrazin, Sprecher für Europapolitik:
Mühsam
müssen Wolfgang Schäuble und die Union die Realität erkennen. Ohne
deutliche Schuldenerleichterungen wird der IWF sich nicht am dritten
Kreditprogramm für Griechenland beteiligen. Das hat sich Wolfgang
Schäuble selbst eingebrockt. Die sture Verweigerung der Bundesregierung,
substanzielle Schuldenerleichterungen zu ermöglichen, passt nicht zur
Haltung des IWF. Der IWF hat mit seiner Schuldentragfähigkeitsanalyse
Recht: Ohne eine deutliche Erleichterung beim Schuldenberg wird
Griechenland langfristig nicht aus der Krise kommen.
Das
Beharren von Wolfgang Schäuble und der Union auf die Beteiligung des
IWF war von Anfang an überflüssig und teuer für Griechenland. Die
Zinskonditionen
des ESM sind deutlich günstiger als die des IWF. Europa ist gut in der
Lage seine Finanzprobleme selbst zu lösen. Dafür braucht es nicht den
IWF.
Klar
ist: Auch ohne Beteiligung des IWF braucht Griechenland
Schuldenerleichterungen. Die vereinbarten kurzfristigen Maßnahmen sind
zwar ein erster
und wichtiger Schritt, reichen im Volumen aber nicht aus. Die Weigerung
der Bundesregierung hat enorm viel Zeit gekostet und schwächt die
Stabilität in Griechenland. Das muss jetzt aufhören. Klar ist aber auch:
Die griechische Regierung muss am Reformkurs
festhalten und der Klientelpolitik den Rücken kehren.
Bündnis 90/Die Grünen Bundestag
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