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28. September 2016

Zirkus Charles Knie gastiert in Hamburg

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VIER PFOTEN begrüßt den diesjährigen Verzicht auf Elefanten und Großkatzen und fordert ein Ende aller Wildtierdressuren

Hamburg, 28. September 2016 – Ab dem 28. September gastiert der Wildtierzirkus Charles Knie in Hamburg auf der Horner Rennbahn. Etwa 100 Tiere, darunter kalifornische Seelöwen, Steppenzebras und rote Riesenkängurus sind Bestandteil des Zirkusprogramms.

Erfreulicherweise verzichtet der Zirkus in dieser Saison auf Elefanten, Tiger und Löwen. Ein begrüßenswerter Schritt, denn Wildtiere haben besonders hohe Haltungsansprüche, etwa bzgl. Gehege-Größe, Strukturierung und Beschäftigung, die fahrende Zirkusbetriebe nicht erfüllen können.

Der bis in die Saison 2015 bei Charles Knie beschäftigte Elefantentrainer Errani wurde im vergangenen Jahr aufgrund von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz vom Amtsgericht Darmstadt zu einer Geldbuße verurteilt (1). Seine 3 asiatischen Elefantenkühe wurden bei Ortswechseln bis zu 18 Stunden in ihren Transport-LKWs eingesperrt, obwohl die Gastspielorte nur wenige Fahrstunden auseinander lagen. VIER PFOTEN hatte vor dem Hamburger Charles Knie Gastspiel im Jahr 2012 ebenfalls überlange Standzeiten der Elefanten dokumentiert und angezeigt.
Doch auch die verbliebenen Wildtiere auf der Horner Rennbahn sind extrem anspruchsvoll in der Haltung und haben unter Zirkusbedingungen nicht die Möglichkeit, ihren Bedürfnissen nachzukommen. Seelöwen sind beispielsweise sehr bewegungsaktiv und ausdauernde schnelle Schwimmer. Ihr natürliches Bewegungsbedürfnis ist unter Zirkusbedingungen drastisch eingeschränkt, da die Bereitstellung eines ausreichend großen Wasserbeckens schon logistisch nicht zu realisieren ist. Kalifornische Seelöwen tauchen bis zu 100 m tief, dies lässt sich in transportablen Becken nicht gewährleisten.

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin VIER PFOTEN Deutschland:
„Wir begrüßen die Entscheidung des Zirkus Charles Knie, in dieser Saison ohne Elefanten und Großkatzen zu touren. In diesem Jahr haben sich bereits der große US-Traditionszirkus Ringling Brothers sowie der Schweizer National-Circus Knie endgültig von ihren Elefantennummern verabschiedet. Charles Knie sollte nun die Zeichen der Zeit erkennen und gänzlich auf Wildtierdressuren verzichten. Bei einer solchen Entscheidung im Sinne des Tierschutzes stünde die große Mehrheit der Deutschen und auch der Bundesrat hinter Knie.


Eine Vielzahl deutscher Zirkusse hat diverse hochsensible Wildtierarten im Tourneebetrieb, ohne dass diese die Möglichkeit haben ihr natürliches Verhalten auszuleben. Dies lässt die unzureichende deutsche Rechtsgrundlage leider immer noch zu. Es liegt an der Bundesregierung, diesen Tieren endlich zu helfen und ein Wildtierverbot für Zirkusse auf den Weg zu bringen.

(1) Aktenzeichen 233 OWi 8200 Js 40305/13 AG Darmstadt

Hintergrund:
Die Bundesregierung hat bisher zwei Entschließungen des Bundesrates aus 2003 und 2011 ignoriert. Im März 2016 wurde sie zum dritten Mal vom Bundesrat aufgefordert, endlich zu handeln. Wildtiere leiden in Zirkussen unter extremem Bewegungsmangel, ständigen Ortswechseln und langen Transportzeiten. In 19 europäischen Staaten gilt längst ein, zumindest eingeschränktes, Wildtierverbot in Zirkussen. in den letzten Wochen haben nun auch Schottland und Norwegen ein Wildtierverbot auf den Weg gebracht.

Mit einem Onlineprotest, Lobbyarbeit und aufmerksamkeitsstarken Aktionen mobilisiert VIER PFOTEN die Öffentlichkeit und Politiker für ein gesetzliches Wildtierverbot. Im August übergaben die Tierschützer knapp 100.000 gesammelte Unterschriften an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Prominente, wie die GZSZ-Stars Anne Menden und Nina Bott, Schauspieler Andreas Hoppe (u.a. bekannt aus dem ARD Tatort), Boxweltmeisterin Regina Halmich, Moderator Daniel Aminati und die Tierfiguren von Kinderbuchautor Janosch, unterstützen die Forderung. Eine Reaktion auf den Bundesratsbeschluss, der sich für ein Wildtierverbot im Zirkus ausspricht, steht seitens des Bundesministeriums noch aus.
Parallel kümmert sich die international tätige Stiftung auch um Einzelschicksale: Gerettete Zirkusbären finden in den VIER PFOTEN Bärenschutzzentren in Deutschland, Bulgarien, dem Kosovo, Österreich und der Ukraine ein neues Zuhause; ehemaligen Zirkuslöwen und -tigern schenkt VIER PFOTEN im südafrikanischen LIONSROCK einen tiergerechten Lebensabend.
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Zum Online-Protest für ein Wildtierverbot im Zirkus: www.vier-pfoten.de/bruellen

Hintergrundinformationen:
www.vier-pfoten.de/themen/wildtiere/zirkus

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